Stabil : Schrauben, Muttern, Gewindestifte

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Hinweise auf ähnliche Teile, die an anderer Stelle beschrieben werden :



Das Stabil-Gewinde

BSW Gewinde Die Gewinde im Stabil-Baukasten entsprechen weitgehend der Norm BSW 5/32" (British Standard Whitworth 5/32 Zoll). Das Stabil-Gewinde passt damit zu den Gewinden der normalen Märklin Metallbaukästen (zumindest aus den Jahren bis 1999) und natürlich zu den Meccano Metallbaukästen.

Die Gewinde der englischen Norm BSW wurden 1841 von Joseph Whitworth vorgeschlagen. Es sollten besonders Gewinde für Lokomotiven damit vereinheitlicht werden. Im Laufe der Jahre wurden immer mehr BSW-Gewinde normiert, die sich primär durch die Durchmesser unterschieden. So wurde auch das besondere Maß von fünf zwei-und-dreißigstel Zoll normiert. In Deutschland wurde die Norm für 5/32" jedoch nicht in die DIN 11 übernommen.
Ein Zoll (englisch inch, abgekürzt durch das Zeichen ") ist genau 25.4mm. 5/32" ist also genau 3.96875mm.

Das Bild rechts oben gilt für alle BSW-Gewinde.
Die Norm BSW definiert nur das Gewinde selbst. Sie definiert nicht die Schrauben, deren Köpfe und deren verfügbare Längen. Die Norm definiert auch nicht die Muttern mit ihrer Dicke, Schlüsselweite und Anzahl Kanten.

Maße des BSW 5/32" GewindesM4
D 3.969Gewindedurchmesser in mm4.00
d12.952Kerndurchmesser in mm3.14
d23.459Flankendurchmesser in mm3.55
t10.507Gewindetiefe in mm0.43
r 0.108Rundung in mm0.10
h 0.794Steigung in mm0.70
z 32 Gangzahl auf 1 Zoll36.3
Die Tabelle rechts nennt die Maße des BSW-5/32"-Gewindes.
Der Gewindedurchmesser ist der maximale Durchmesser den das Gewinde einer Schraube außen haben darf. Der Schraubendurchmesser sollte außen deutlich größer als der Flankendurchmesser sein, damit die Mutter noch greifen kann. Gemessenen Schraubengewinde bei Stabil liegen zwischen 3.70 und 3.98mm; gleiches gilt für Gewindestifte.

Das Loch in einer Mutter muss größer sein als der Kerndurchmesser und sollte deutlich kleiner als der Flankendurchmesser sein. Man findet in Muttern für Stabil Innendurchmesser zwischen 3.30 und 3.45mm.

Ich habe in die Tabelle auch die entsprechenden Werte des metrischen M4-Gewindes zum Vergleich mit aufgenommen. Es ist zu beachten, dass die metrischen Gewinde eine etwas andere Form haben als die BSW-Gewinde. Exakte Werte zu M4 entnehmen Sie bitte einem Tabellenbuch.

In den 10er und 20er Jahren waren BSW-5/32"-Gewinde noch weit verbreitet. Heute werden sie weltweit nicht mehr industriell benützt. Einige Leute, die mit Meccano-Teilen handeln, bieten aber noch solche Gewindestifte, Schrauben und Muttern an.
Bereits 1898 gab es erste Bestrebungen, metrische Gewinde zu normieren. Die Normung erfolgte aber nur sehr langsam und war weitgehend auf den deutschen und europäischen Raum beschränkt. Langsam, aber stetig fand das metrische Gewinde jedoch eine immer weitere Verbreitung. Selbst in England wurden die metrischen Gewinde zum Standard. Weiterführende Infos finden Sie in Wikipedia. Einige Hersteller von Metallbaukästen stiegen auf das metrische Gewinde M4 um.

Als Folge der Normung sind in normalen Eisenwaren-Geschäften schon seit Jahrzehnten fast nur noch Schrauben mit metrischem Gewinde zu bekommen. Zwangsläufig findet man nun auch M4-Schrauben und -Muttern als Zuflug in jenen Metallbaukästen, in die sie vom Hersteller nie hineingegeben wurden.
Früher oder später machte jeder Stabil-Bauer die Erfahrung, dass "normale" Schrauben und Stabil-Schrauben nicht zusammen passen.
Man kann eben eine M4-Mutter nicht auf Stabil-Schrauben und -Gewindestifte drehen. Eine Stabil-Mutter klemmt gleichfalls auf einer M4-Schraube. Ursache ist die unterschiedliche Steigung der beiden Gewinde.

Beachten Sie deshalb unbedingt folgende Regeln :

Abweichungen von BSW 5/32" - Was tun, wenn's klemmt ?

Normalerweise sind Schrauben, Muttern und Gewinde bei Stabil nach der Norm BSW 5/32" gefertigt. Es gab aber gerade in der Anfangszeit von Stabil gewisse Abweichungen, die man kennen sollte. Manche Sammler haben schon Schrauben aus frühen Kästen aussortiert, nur weil diese nicht die exakte Steigung für BSW 5/32" hatten. Das war völlig zu unrecht. Jürgen Kahlfeldt hat diese Abweichung erstmals vermessen.
In den Jahren 1911-1914 waren Stabil-Schrauben aus Messing. Diese Schrauben haben ein abweichendes Gewinde. Auch die Gewindestifte aus dieser Zeit - sie haben gewölbte Enden - haben ebenfalls dieses abweichende Gewinde.
Das BSW-5/32"-Gewinde hat nach Norm eine Steigung von 32 Gängen pro Zoll. Das entspricht 0.79375mm pro Gang. Das damals bei Stabil verwendete Gewinde hat aber 33 Gänge pro Zoll, also eine etwas andere Steigung von 0.77mm pro Gang. Wenn man eine BSW-5/32"-Schraube neben eine Stabil-Schraube - beide 30mm lang - legt, und das Ganze stark vergrößert, so erkennt man, dass die BSW-5/32"-Schraube 25 Gänge auf 20mm hat, während die Stabil-Messing-Schraube von 1911-1914 26 Gänge auf 20mm aufweist.
Nach dem Ersten Weltkrieg, um 1919, wurden vereinzelt wieder Gewindestifte mit abweichendem Gewinde gefräst - jetzt aber mit einer Steigung von bis zu etwa 0.755mm oder 33.6 Gänge pro Zoll. Offenbar war der Zahnradsatz der originalen Fräsmaschine nicht mehr verfügbar. Es wurden aus dieser Zeit noch Gewindestifte mit 31.6, 32, 33 und 33.5 Gängen pro Zoll gefunden. Die Schrauben wurden um 1919 nicht gefräst und hatten keine von BSW-5/32"-Gewinde abweichende Steigung.
Jürgen Kahlfeldt hat die verschiedenen Steigungen anhand von Gewindestiften mit Bildern dokumentiert. Die Gewinde erscheinen glatt und qualitativ hochwertig.
Auf die Schrauben von 1911-1914 passen problemlos die normalen BSW-5/32"-Muttern, denn die haben ja nur knapp drei Gänge innen. Wenn Sie aber versuchen, eine dieser frühen Stabil-Schrauben in eine spätere Langmutter 3d hinein zu drehen, so klemmt die Schraube, wenn sie diese etwa 4mm hineingedreht haben. Die Langmuttern 3d sind alle mit der Steigung von BSW 5/32" gefertigt.
Damit hat man schon ein Kriterium, um Stabil-Messing-Schrauben von Messing-Schrauben anderer Hersteller zu unterscheiden. Leider ist die Unterscheidung nicht immer eindeutig. Bei Schrauben mit Längen über 10mm ist die Unterscheidung noch ziemlich treffsicher, aber nicht eindeutig. Ein verletztes oder nicht genau geschnittenes BSW-5/32"-Gewinde einer Schraube eines anderen Herstellers bekommen Sie nämlich auch nicht in die Langmutter 3d.
Bei den Schrauben von 9mm Länge, den normalen Schrauben also, ist die Langmutter nicht mehr eindeutig. Man muss das flache Ende der Langmutter nehmen, nicht das eingesenkte. Das Gewinde der zu prüfenden Schraube muss bis zum Kopf gehen und muss unverletzt sein. Dann klemmt eine Stabil-Schraube von 1911-1914 meist 1 mm, bevor der Kopf die Langmutter erreicht. Mit der richtigen Steigung gefertigte BSW-5/32"-Schrauben lassen sich dagegen voll bis zum Kopf in die Langmutter hinein drehen.
Ob die Muttern aus der Zeit von 1911-1914 auch das Gewinde mit 0.77mm Steigung haben ? Ich kann es nicht messen. Es ist auch für die Funktion der Mutter unwichtig. Deshalb nehme ich es als sicher an, dass die Stabil-Muttern dieser Zeit ganz normale BSW-5/32"-Muttern aus Eisen waren mit 0.8mm Steigung, die von einem geeigneten Unternehmen zugekauft wurden. Die Schrauben und die Gewindestifte aber waren Sonderanfertigungen für Stabil.

Es gibt aber auch Abweichungen bei Durchmessern.
Alle Durchmesser einer Mutter (also Gewinde-, Flanken-, Kern-Ø) müssen ein klein wenig größer sein als die entsprechenden Durchmesser einer Schraube. Liegen die Durchmesser zu nahe beieinander, können Schraube und Mutter schwergängig sein oder klemmen. Der Unterschied der Durchmesser muss etwas größer sein, wenn die Fertigungsqualität von Schraube und Mutter nicht besonders gut ist. Der Unterschied darf aber nicht so groß sein, dass die Schraube in der Mutter wackelt.
Hier haben die Hersteller der Metallbaukästen einige, wenn auch begrenzte Freiheiten. Manche Hersteller, Walther nicht ausgenommen, haben über die Jahrzehnte diese Freiheiten voll ausgenützt.
So können Stabil-Gewinde von 1911-1914 Außendurchmesser von 3.7-4.0mm haben. 1915-1919 gab es, neben den üblichen mit 3.8mm Durchmesser, dann sogar 250mm-Gewindestifte mit Durchmessern von 4.1mm und 4.2mm. Auf den 4.1mm-Ø-Stiften lassen sich die Muttern aus dem Kasten noch bewegen; auf den 4.2mm-Ø-Stiften klemmen sie.
1921-1927 hat man das bereinigt. Man hat sich auf Durchmesser von 3.7-3.8mm beschränkt, statt der 3.97mm aus der Norm. Manche Stabil-Messing-Teile (z.B. Schnecke 32a) von 1915-1927 haben deshalb meist nur Bohrungen von 3.8mm Durchmesser. Die späteren Gewindestifte ab 1927 sind dicker, zumeist 3.85mm, und passen folglich nicht durch die Löcher dieser älteren Stabil-Messing-Teile. In den 50er und 60er Jahren findet man dann Gewindedurchmesser von 3.85-3.95mm.
Wundern Sie sich auch nicht, wenn einzelne 5/32"-Muttern anderer Fabrikate auf einigen wenigen unbeschädigten Stabil-Gewindestiften schwergängig sind und nur mit Hilfe des Schraubenschlüssels gedreht werden können. Sortieren Sie diese Muttern der anderen Fabrikate aus.
Beachten Sie aber, dass auf selbst nur leicht beschädigten Gewinden auch die besten Muttern schwergängig sind. Wenn Sie die Mutter mehrmals über eine beschädigte Stelle des Gewindes drehen, wird der Schaden fast immer gebessert. Auf diese Art kann man nur wenig schadhafte Gewinde reparieren !

Die Schlüsselweiten der 5/32"-Muttern der verschiedenen Hersteller weichen merkbar voneinander ab. Die BSW-Normen legen keine Schlüsselweiten fest. Die Schlüsselweite von Märklin-Muttern liegt bei 8.0mm, von Stabil zwischen 7.5-7.8mm, von Meccano bei 1/4"=6.35mm. Als Schlüsselweite der Mutter ist hier der Innenkreis-Durchmesser des Muttern-Sechsecks gemeint (bei Meccano auch des Muttern-Vierecks). Die Schlüsselweite beim Schraubenschlüssel, die Maulweite, ist natürlich ein klein wenig größer.
Gerade beim Bauen eines Modells ist es ein unleidlich Ding, wenn plötzlich der Schraubenschlüssel nicht passt, nur weil da eine Märklin-Mutter in der Schraubenschachtel lag. Deshalb empfehle ich, sie sollten Märklin- und Meccano-Muttern schon allein wegen den unterschiedlichen Schlüsselweiten aus Stabil-Baukästen aussortieren, aber nur wenn Sie mit den Kästen bauen wollen.
Richten Sie sich beim Aussortieren nach Ihren Schraubenschlüsseln. Es schadet nicht, wenn dabei auch die ganz wenigen Stabil-Muttern mit aussortiert werden, die zu große Toleranzen bei der Schlüsselweite haben. Sie können diese Muttern ja dann für Ihre Modelle aus den anderen Systemen weiter verwenden.
Die einfachste Art des Aussortierens geschieht, indem Sie mit dem Kasten ein möglichst großes Modell bauen, bei dem alle Muttern verbaut werden. Dabei finden Sie die nicht passenden Schrauben und Muttern ohne viel Stress heraus.


Schrauben (Teile 3, 3b, 3c, 3e, 3f) und Muttern (Teil 3a)

Die Firma Walther benützte die Befestigung mit Schrauben und Muttern erst in ihrem System Stabil. Bei dem Vorgängersystem Walther's Ingenieur Bauspiel wurden Klammern zum Befestigen der Teile benützt. Die Klammern sollten wie Nietbefestigungen aussehen. Schraubbefestigungen sind aber schon in Systemen zu finden, die in den 1890er Jahren patentiert wurden.

Bei Stabil werden die Schrauben durch ihre Gesamtlängen unterschieden. Die Länge der Schraube ist bei Stabil damit die Länge des Gewindes plus die Dicke des Schraubenkopfes. Das ist eine andere Sichtweise, als man es aus gängigen Normen gewöhnt ist.

Die folgende Liste gibt einen Überblick über Schrauben und Muttern bei Stabil.

Schrauben und Muttern vor 1915 Das Bild zeigt Schrauben und Muttern von 1913, also solche aus einem sehr frühen Stabil-Baukasten. Die Schrauben sind aus Messing. Die Muttern bestehen aus blankem Eisen. Die Gewinde der Schrauben sind gefräst.
Die Gewinde entsprechen weitgehend der Norm BSW 5/32". Aber die Messing-Schrauben aus der Zeit von 1911 und 1914 zeigen eine Abweichung :
Sie haben nämlich 33.4 Gänge pro Zoll oder eine Steigung von 0.77mm.
Bei BSW 5/32" sind es 32 Gänge pro Zoll oder eine Steigung von 0.8mm. Bilder zum Gewinde sind verfügbar.
Man bemerkt den Unterschied, wenn man diese Messing-Schrauben in eine Langmutter 3d aus späteren Zeiten zu schrauben versucht. Nach wenigen mm klemmt die Messing-Schraube (siehe Abweichungen von BSW 5/32").

Links im Bild sehen Sie die damalige Sockelschraube (Teil 20) ohne Mutter. Das Gewinde ist etwa 1 Zoll (25.4mm) lang. Der Kopf hat 7mm Durchmesser und ist 3mm dick. Sie hatte eine breitere Mutter. Genauere Maßangaben zu allen Schrauben sind verfügbar.
Die Sockelschraube - es war in den Kästen ab 51 nur eine einzige enthalten - war zum Verschrauben der Sockelbrettchen gedacht. Später fand man andere Verwendungen.

Im Bild sind - neben der Sockelschraube - noch andere Schrauben zu erkennen. Die kürzere Schraube im Bild ist 8.4mm lang, die längere Schraube ist 11.6mm lang.
Es sind auch Messingschrauben von 15mm Länge gefunden worden, auch solche mit Köpfen von 3.3mm Höhe. Man findet in den Kästen noch einige wenige Schrauben mit Längen zwischen 9mm und 12mm. Die Längen sind recht unterschiedlich. Zahlenmäßig mache sie vielleicht 3% aus.

Bei der Nummerierung der Teile wird nicht unterschieden zwischen den kürzeren und den längeren Schrauben. Es gibt auch keine Festlegung, wie viele der Schrauben zum längeren und wie viele zum kürzeren Typ in einem Kasten gehören.
Unter der Bezeichnung Schraube mit Mutter (Teil 3) ist eine beliebige dieser Schrauben zusammen mit einer Mutter zu verstehen. Zu jeder Schraube gehört genau eine Mutter - auch zur Sockelschraube (Teil 20) gehört eine. Diese Mutter wird nicht als eigenes Teil gezählt. Erst ab 1927 wurde Teil 3 (nur Teil 3 !) aufgeteilt in die einzelne Schraube ohne Mutter (dann Teil 3) und eine davon getrennte Mutter (Teil 3a).

Schraubenmuttern (Teil 3a) sind vor 1927 zusätzliche Muttern, die man z.B. auf Gewindestiften verwendet. Sie unterscheiden sich nicht von den Muttern auf den Schrauben. Sie sind 1.8-2.0mm dick. Die Schlüsselweite ist 7.45-7.8mm.

In den größeren Kästen 53 und 54 gibt es bis 1914 noch Schrauben mit Mutter 20mm lang (Teil 3b) aus Messing. Sie haben den gleichen Kopf wie die kleineren Schrauben, sind aber 20.0mm lang. Diese Schraube fehlt im vorigen Bild.

Spezielle Mutter Aus mehreren Funden kann man entnehmen, dass sich Walther die Schrauben von 30mm und die von 20mm Länge jeweils zusammen mit je einer Mutter bis 1914 hat liefern lassen. Diese spezielle Mutter (aus Eisen) kann durch ihre größere Dicke von den normalen Stabil Muttern unterschieden werden. Sie ist gefast. Die Dicke dieser Muttern liegt, je nach Fund, zwischen 2.6mm und 3.3mm. Das Bild zeigt links eine normale Mutter und rechts die spezielle Mutter.

Ab August 1914 war die Benutzung von Messing reglementiert wegen dem Beginn des ersten Weltkriegs. Die Schrauben wurden jetzt aus Eisen gefertigt, aber vermessingt. Die Muttern wurden ebenfalls vermessingt. Leider ist der Messingüberzug nicht haltbar. Schon nach kurzer Zeit dunkelt er ab und wird leicht abgerieben.
Die Schrauben sind kalt geformt. Der Schraubenkopf ist grob zylindrisch und hat oben meist eine Wölbung.

Schrauben und Muttern von 1915 Das Bild links zeigt Schrauben und Muttern aus dem Jahr 1915. Der Kopf dieser Schrauben hat etwa 6.1mm Ø und ist etwa 3.4mm hoch.
Die Schrauben haben ein Gewinden nach der Norm BSW 5/32", jetzt auch mit der richtigen Steigung von 0.8mm, entsprechend 32 Gängen pro Zoll.
Die Schrauben links sind 20.1mm lang, die mittleren Schrauben sind 11.9mm lang und die Schrauben rechts sind 9.2mm lang.
Die Schraube von 30mm Länge fehlt auf dem Bild. Schrauben mit 15mm Länge wurden in dieser Zeit anscheinend nicht verwendet. Es wurden noch keine gefunden.
Genauere Maßangaben sind verfügbar.

1915 wurde auch die Teilenummer einiger Schrauben geändert. Teil 3 ist nach wie vor eine Schraube mit Mutter von insgesamt 9-12mm Länge. Schrauben mit 15mm Länge gibt es noch nicht. Teil 3a bezeichnet überzählige Muttern.
Aber die Schraube mit Mutter von 30mm Länge hat jetzt die Teilenummer 3b. Ihr früherer Name "Sockelschraube mit Mutter" wurde aufgegeben, ebenso ihre Teilenummer 20. Wie auch schon früher ist in den Kästen 51 bis 53 ein Exemplar enthalten, in den Kästen 54 und 55 sind jetzt sogar zwei.
Als Folge davon bekam die Schraube mit Mutter von 20mm Länge jetzt die Teilenummer 3c (vorher Teilenummer 3b).

Schrauben und Muttern von 1924 Die Schrauben und Muttern im Bild links stammen alle aus einem Kasten 55 von etwa 1924. Alle Schraubenköpfe haben annähernd Zylinderform mit einer Wölbung oben. Die Schlitze sind annähernd mittig. Es ist keine präzise Fertigung. Man kann diese Schrauben von denen aus dem Jahr 1915 kaum unterscheiden.
Die Kopfdurchmesser liegen zwischen 6.0 und 6.3mm. Die Köpfe sind 3.3 bis 3.8mm dick. Der Durchmesser der Gewinde schwankt zwischen 3.7 und 3.9mm.
Die Muttern haben Schlüsselweiten zwischen 7.55 und 7.75mm. Sie sind 2mm dick.
Weitere Maßangaben sind verfügbar.

Es gibt jetzt Schrauben der Gesamtlängen 30mm, 20mm, 15mm, 12mm und 9mm. Zur Teilenummer 3 gehören jetzt auch die Schrauben von 15mm Länge. Sie sind zwischen 1917 und 1921 erschienen - wahrscheinlich aber erst 1921.

Wie die Aufteilung von Schrauben von 9, 12 und 15mm war, wird von Walther nicht angegeben. Aus den bekannten Funden ergeben sich sehr unterschiedliche Aufteilungen. Es kann annähernd eine Aufteilung von 7:2:1 für die Schrauben der Längen 9mm, 12mm und 15mm angenommen werden.

Schraubenköpfe bis 1935 Das Bild links zeigt Besonderheiten an Schrauben und Muttern der 20er und frühen 30er Jahre.
Links im Bild sehen Sie eine Schraube von etwa 1927. Ab dieser Zeit ist die Fertigung deutlich verbessert. Der Kopf hat eine bessere Zylinderform. Das gezeigte Exemplar ist noch schön vermessingt. Die Toleranzen der Maße haben sich allerdings kaum verbessert. In einem Kasten 51 wurde eine Verteilung von 1:4 zwischen Schrauben von 15mm und 9mm gefunden. Schrauben von 12mm scheinen in diesen Kästen außerordentlich selten zu sein (2 Stück).
Maße von Schrauben von 1929 sind verfügbar.
Die zweite Schraube hat einen Linsenkopf. Sie stammen aus der Zeit zwischen etwa 1920 und 1925. Die Schrauben waren anscheinend verzinkt. Sie sind präzise gefertigt. Es sind fast nur Schrauben mit Längen von 9mm gefunden worden. Ich vermute, dass hier Restbestände aus der Rüstungsproduktion aufgebraucht wurden.
Die dritte Schraube und die zugehörige Mutter stammen aus den späten 10er oder frühen 20er Jahren. Die Mutter hat ein schief geschnittenes Gewinde - ein offensichtlicher Qualitätsmangel.
Die beiden liegenden Schrauben von 15mm Länge stammen von 1929. Der Schlitz im Kopf ist so schmal, dass der Schraubenzieher kaum hinein passt. Der Kopf ist nicht genau auf dem Gewinde zentriert. Diese Schrauben waren oft von unten durch die Pappen in den Kästen gesteckt. Oben war ein Rad darauf gesteckt. Da die Kinder diese Schrauben oft nicht aus der Pappe gedreht haben, sind noch viele Schrauben gut vermessingt.
Unter den Schrauben sieht man Muttern mit Fehlern. Die Muttern wurden offensichtlich aus Blech von 2mm Dicke heraus gestanzt. Die Muttern sind manchmal gewölbt (linke Mutter). Unten hat die Mutter an den sechs Ecken spitze Kanten. Die rechte Mutter zeigt eine deutliche Fehlstanzung. Auch Muttern mit schief geschnittenem Gewinde sind ein übler Fehler. Solche Probleme waren in den 10er und den frühen 20er Jahren noch nicht gelöst, und man behalf sich mit konstruktiven Maßnahmen, um den Mangel zu umgehen.
Erst um 1927 hat man die Fehlstanzungen weitgehend vermeiden können. Auch die schrägen Löcher in den Muttern kamen danach nur noch selten vor.

1927 hat man es aufgegeben, unter der Teilenummer 3 eine Schraube mit Mutter zu führen. Im Vorlagenheft von 1927 ist das Teil 3 nur noch eine Schraube mit einer Länge von 9, 12 oder 15mm. Die jetzt von Teil 3 stammenden Muttern hat man dem Teil 3a zugerechnet, das ja schon bisher einzelne Muttern bezeichnet hat. Leider hat man diese Logik nicht auf die Teile 3b und 3c ausgedehnt. Denn Teil 3b hieß immer noch Schraube mit Mutter 30mm und Teil 3c Schraube mit Mutter 20mm. Erst 1936 trennte man auch diese Teile. Ab da ist Teil 3b die Schraube 30mm und Teil 3c die Schraube 20mm.

 555453 52515049
19293550200125 80603522
3a724295196 135976142
19303650220150 100804030
3a824315221 1551176650
Erhöhung1002025 202058
1930 wollte man den allgemeinen Mangel an Schrauben in den Baukästen mildern. Vormals wurden nur zögerlich wenige Schrauben und Muttern den Kästen zugefügt, wenn ein neues Modell in den Vorlagenheften sie benötigte. Diesmal aber wurde die Anzahl von Schrauben (Teil 3) und Muttern (Teil 3a) in jedem Kasten erhöht (siehe Tabelle rechts).
Bei dieser Erhöhung blieb es dann bis zum Ende.

1930 gab man auch den Schrauben von 15mm Länge die Teilenummer 3e und den Schrauben von 12mm Länge die Teilenummer 3f. Leider führte das nicht dazu, dass diese neuen Teilenummern auch in den Inhaltsverzeichnissen der Kästen aufgeführt wurden. Dort wurden, leider wie früher auch, die Schrauben von 9, 12 und 15mm unter der Teilenummer 3 zusammengefasst. Das wurde auch nie mehr angepasst.
Aus den Abbildungen der Kästen aus der Zeit um 1930 kann man aber ersehen, dass z.B. im Kasten 49 damals 8 Schrauben 3e enthalten waren zum Aufstecken der enthaltenen Räder. Die Anzahl ist durch Funde bestätigt.
Beim Kanonenbaukasten 47KM wurde aber auf dem Zettel, der auf die Rückseite des Kastendeckels geklebt wurde, vermerkt, dass 1 Teil 3e und 4 Teile 3f zum Kasteninhalt gehören. In den Stabila-Kästen sind je 4 Schrauben 3e laut deren Vorlagenheft enthalten.

Wahrscheinlich schon 1933 begann man, zusätzlich zu den Zylinderkopf-Schrauben, solche mit einem Kopf in der Form eines Kegelstumpfes beizufügen. Ich nenne diesen Kopf einen "Konuskopf". Diese neuen Schrauben hatten einen unteren Kopfdurchmesser von 6.3mm.
Etwa 1936 wurde dann endgültig auf Schrauben mit Konuskopf umgestiegen. Der Kopf hatte dann zumeist auch einen größeren unteren Durchmesser von 6.7mm Durchmesser und eine Dicke von 3.5mm. Die Gewinde haben einen Durchmesser von 3.9-3.95mm.
Obwohl meistens Schrauben mit dem größeren Kopf ab 1936 in den Kästen enthalten waren, findet man Schrauben mit dem kleineren Kopf vereinzelt noch bis 1943 in den Kästen.
Die Muttern sind aus Blech von 2mm Dicke und haben Schlüsselweiten von 7.45 bis 7.55mm.
Insgesamt sind die Teile professionell gefertigt und von guter Qualität.

Schrauben der späten 30er Jahre Im Bild sehen sie links eine Schraube von 1960 als Vergleichsobjekt.
Die zweite und dritte Schraube sind ein Typ von etwa 1933 mit dem dünneren Konuskopf. Man kann keinen Messingüberzug erkennen. Dieser ist wahrscheinlich durch häufige Benutzung abgerieben worden.
Die vierte Schraube ist ein Teil von 1937. Die Maße sind die gleichen wie auch 1939. Ob die Schrauben in den Jahren 1937/1938 unbehandelt silbergrau waren, kann nicht mit Sicherheit ausgesagt werden. Jedenfalls waren die Teile 1939 vermessingt.
Die rechte lange Schraube stammt von 1941. Ab diesem Jahr wurde der Messingüberzug kriegsbedingt wieder weggelassen.

Wie war die Verteilung der Schrauben von 9mm, 12mm und 15mm in den Kästen der 30er Jahre ? Wie schon früher gibt es keine feste Regeln. Etwa 10-20% der Schrauben sind 12mm und 15mm lang. Die Aufteilung der 12mm-Schrauben zu den 15mm-Schrauben kann in einem Fall 1:5, im anderen 5:1 oder irgend ein Wert dazwischen sein.

Schrauben und Muttern von etwa 1960 Links im Bild sehen Sie Schrauben und Muttern von 1960. Die Schrauben haben einen Kopf mit der Form eines Kegelstumpfes, eines Konuskopfes von oben 5.4mm und unten 7.3mm Durchmesser (+-0.1mm), sowie einer Dicke von 3.4mm. Die Gewinde haben 3.95mm Durchmesser. Die gezeigten Schrauben sind unbenützt, aber schon etwas dunkel geworden. Die Gewinde selbst sind nicht abgenützt.
Generell haben die Gewinde der 60er Jahre einen Durchmesser von 3.93-4.0mm.
Die Muttern haben eine gute Sechseckform mit einer Schlüsselweite von 7.54-7.6mm.
Insgesamt sind die Schrauben und Muttern ordentlich gefertigt, auch wenn in ganz seltenen Fällen mal der Schlitz nicht mittig ist.

Die Schrauben ab 1951 unterscheiden sich nur wenig von den im Bild gezeigten. Die Schrauben der frühen 50er Jahre haben einen minimal geringeren Kopfdurchmesser von 7.0-7.2mm. Die Schrauben der späten 60er Jahre entsprechen dann wieder denen von 1951.
Man kann also Schrauben ab 1950 von denen der 30er Jahre anhand der Kopfdurchmesser unterscheiden. Die Schrauben der 30er Jahre haben Kopfdurchmesser deutlich unter 7.0mm.

Über die Verteilung der Schrauben von 15mm, 12mm und 9mm Länge lässt sich auch in den 60er Jahren nichts Verlässliches sagen. So waren in einem Kasten 53 von 1960 103*3, 20*3e, 21*3f. In einem Kasten 52 von 1963 waren 88*3, 8*3e, 4*3f. Anscheinend wurden die Schrauben gemischt und danach in Gewichtsportionen in die Kästen gegeben.
Für die Eisenbahnwagen-Modelle aus den Kästen 48 und 49 benötigte man 4 längere Schrauben für die Puffer. Leider waren in den 50er Jahren manchmal nur 3 Schrauben von 12 oder 15mm Länge in den Kästen enthalten. Aus den End-60er Jahren sind aber auch Kästen 49 bekannt, in denen 8 Schrauben von 15mm Länge enthalten sind.

Schrauben mit Rundkopf sind bei Stabil als seltene Sonderform in den frühen Exemplaren der Wellenkupplung für glatte Wellen (Teil 36a) zu finden.
Außerdem wurden in dänischen Kästen "Den lille Ingeniør" aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, neben den normalen Stabil-Schrauben, auch kurze Schrauben mit Rundkopf vorgefunden. Für eine definitive Aussage dazu müssten aber noch weitere Kästen als Beleg gefunden werden. Es ist bekannt, dass damals für die nach Dänemark exportierten Kästen andere Materialien verwendet wurden als für die inländischen Kästen.


JahrNr.Schraube Gesamte
Länge
Kopf Gewinde
  Ø  Dicke   Ø  Länge
191139mm; Messing8.7 6.13.3  
191339mm; Messing8.4 6.12.93.85.0
1913312mm; Messing11.6 6.12.83.98.5
1913315mm; Messing14.5 6.03.0  
19123b20mm; Messing20.5 6.13.4  
19132030mm; Messing29.4 7.13.13.925.9
191539mm; vermessingt9.2 6.13.43.95.3
1915312mm; vermessingt11.9 6.13.43.98.5
19153c20mm; vermessingt20.1 6.23.33.916.3
~192039mm; Linsenkopf8.9 6.12.63.85.2
192439mm; vermessingt9.2 6.03.43.75.3
1924312mm; vermessingt12.4 6.13.53.88.3
1924315mm; vermessingt15.2 6.13.53.811.3
19243c20mm; vermessingt19.9 6.33.73.916.5
19243b30mm; vermessingt30.1 6.13.43.826.4
192939mm; Zylinderkopf9.2 6.33.53.85.3
1929312mm; Zylinderkopf12.2 6.33.53.97.9
1929315mm; Zylinderkopf15.2 6.23.63.810.0
19293c20mm; Zylinderkopf19.9 6.23.53.915.5
19293b30mm; Zylinderkopf30.0 6.23.33.825.7
1933?39mm; Konuskopf9.6 6.3/5.13.23.95.7
193939mm; Konuskopf9.2 6.6/5.53.53.95.2
19393f12mm; Konuskopf12.3 6.7/5.53.53.958.7
19393e15mm; Konuskopf15.3 6.8/5.53.43.9511.3
19393c20mm; Konuskopf20.3 6.7/5.63.53.9516.6
19393b30mm; Konuskopf30.3 6.6/5.43.43.925.8
195139mm; Konuskopf9.3 7.0/5.53.43.95.6
1951315mm; Konuskopf15.4 7.1/5.53.53.8511.0
196039mm; Konuskopf9.3 7.3/5.63.44.05.3
19603f12mm; Konuskopf12.3 7.2/6.13.33.958.0
19603e15mm; Konuskopf15.4 7.3/6.03.33.9811.0
19603c20mm; Konuskopf20.2 7.3/5.53.43.9516.3
19603b30mm; Konuskopf30.3 7.3/5.43.43.9526.0
196639mm; Konuskopf9.3 7.0/5.73.23.95.6
19663f12mm; Konuskopf12.4 7.0/5.63.23.99.0
19663e15mm; Konuskopf15.2 7.0/5.63.13.911.5
Die Tabelle rechts zeigt Maße einiger vermessener Schrauben aus verschiedenen Zeiten. Es sind Mittelwerte, wobei die Kopfmaße bei den Zylinderkopf-Schrauben fertigungsbedingt um bis zu +-0.2mm abweichen.

Bei den Schrauben mit Konuskopf sind der größere und der kleinere Kopfdurchmesser angegeben. Die Messgenauigkeit beim kleinen Durchmesser ist mindestens +-0.2mm, beim größeren Durchmesser sind die Abweichungen +-0.1mm.

Viel größere Toleranzen sind bei den Längen zu finden. So konnten 15mm-Schrauben mit Gesamtlängen zwischen 14.3 bis 15.4mm gefunden werden.
Bei den 12mm-Schrauben wurden sogar Gesamtlängen vom 11.8 bis 13.4mm gefunden bei den Schrauben aus Eisen.
Die Messwerte in der Tabelle rechts gelten für die häufigsten Teile, es sind Mittelwerte. Die oben genannten außergewöhnlichen Längen kommen nur selten vor.

In mehreren Fällen ist Kopfdicke+Gewindelänge < Gesamtlänge. Das untere Ende der Schrauben ist fast immer uneben, schief oder gewölbt. Bei vielen längeren Schrauben beginnt das Gewinde auch erst etwa 1mm unterhalb des Kopfes. Daraus ergeben sich die Abweichungen.

Ich habe hier ganz bewusst darauf verzichtet, darzulegen, wie man Stabil-Schrauben von denen anderer Systeme unterscheidet. Ich hätte dazu die historische Entwicklung dieser Teile auch bei den anderen Systemen untersuchen müssen. Da ich selbst bei Stabil noch gewisse Maße zeitlich nicht exakt einordnen kann, so wäre eine vergleichende Untersuchung nicht verlässlich genug. Eine zuverlässige Zuordnung einer Schraube zu einem bestimmten System dürfte in vielen Fällen gar nicht möglich sein.
So kann ich selbst die 9mm-Stabil-Schrauben aus den 60er Jahren von den entsprechenden zeitgenössischen Märklin-Schrauben nicht unterscheiden.


Auffällig an vielen Funden ist, dass fast immer einige Schrauben von 20mm fehlen. Selbst wenn der Kasten nahezu unverfälscht erhalten ist und die Anzahl der Teile fast genau stimmt, so fällt fast immer auf, dass von den Schrauben von 20mm einige fehlen - zahlenmäßig etwa 50%. In einigen Kästen 51 und 52 fehlen sie gänzlich. Da freut man sich schon, wenn in einen fast neuwertigen Kasten 53 drei enthalten sind statt der offiziellen vier. Manchmal fehlen auch wenige Schrauben von 30mm. Der Sachverhalt ist so oft bemerkt worden, dass er erwähnenswert erscheint.
Im obigen Absatz findet man das Wort "fast" recht häufig. Bei den untersuchten Kästen handelt es sich um solche, bei dem ein Kind ein Modell zusammen zu schrauben versuchte, es später wieder zerlegte und danach den Kasten frustriert einmottete. Ladenneue Kästen findet man so gut wie nie.

Nachkauf-Päckchen Das Bild links zeigt Nachkaufpäckchen für 50 Schrauben mit Muttern. Die linke Pappschachtel stammt aus den 30er Jahren, die mittlere und rechte aus den 60er Jahren.

Beim Handel mit Einzelteilen ist es - im Gegensatz zu den Inhaltsverzeichnissen der Kästen - bei der Kombination "Schraube mit Mutter" geblieben. Sogar in der Preisliste von 1970 ist Teil 3 noch als "Schrauben m. M., 9 mm, 10 St." angegeben.
Bis 1930 konnte man jede Schraube mit Mutter einzeln nachkaufen.
Ab 1931 gab es die Schrauben 9mm mit Mutter nur noch im 10er-Pack. Ab 1936 findet man auch die einzelnen Muttern 3a nur noch im 10er-Pack.
1932 wurden erstmals 50 Schrauben (9mm) mit Mutter in der Sparbüchse angeboten. Als es die Sparbüchse nicht mehr gab, ging man auf Pappdosen (siehe links im Bild) über.
In den 50er und 60er Jahren gab es die genannten Verpackungseinheiten immer noch. Die 50 Schrauben und Muttern in der Dose waren jedoch jetzt nicht mehr alle gleich (siehe Mitte und rechts im Bild). Die Dose enthält 25*3, 50*3a, 12*3e, 13*3f. Das konnte anhand mehrerer Funde überprüft werden.
Die Schrauben 3b-f gab es auch immer einzeln mit Mutter.


Langmutter (Teil 3d) und Wellenkupplung (Teil 36)

JahrLängeSWØMaterial
191225.27.69.1 Messing
191526.07.79.6 Stahl gelb
191524.47.589.96 Eisen schwarz
192420.27.249.0 Messing
Die Wellenkuppelung (Teil 36) wurde mit dem Kasten 54 um 1912 eingeführt. Sie war am Anfang eine Messingwalze von 9.1mm Durchmesser und 25.2mm Länge, mit zwei Einkerbungen, an denen man die Kupplung mit dem Schraubenschlüssel greifen kann.
Die Tabelle rechts zeigt die Maße einiger Funde. Anhand der Maße kann aber nur grob auf das Jahr geschlossen werden. Die meisten Funde haben einen Durchmesser von 9.0-9.1mm. Die Einkerbungen können am Ende oder ungefähr mittig sein. Die Längen schwanken zwischen 20 und 26mm. Das Gewinde entspricht dem der zeitlich aktuellen langen Gewindestifte.

Langmuttern Das Bild links zeigt Wellenkupplungen aus verschiedenen Zeiten. Es zeigt auch die Langmuttern (Teil 3d).
Ab 1925 ist die Wellenkupplung als eine Langmutter doppelter Länge anzusehen. Sie hat nun nicht mehr die Zylinderform, sondern sie ist 6-eckig.

Links im Bild sehen Sie eine Wellenkupplung aus Eisen von 1915. Das Teil ist schwarz, 24.4mm lang, hat einen Durchmesser von 10mm und ein Gewinde mit einer Steigung von 0.77, wie die Schrauben und Gewindewellen bis 1914 auch. Selbst die Wellenkupplungen aus Messing von 1912-1914 haben dieses Gewinde. Der Innendurchmesser des Gewindes ist mit 3.5mm reichlich groß. Die Gewindestifte wackeln entsprechend beim Hineindrehen.
Als um 1919 Gewindestifte von 250mm Länge und einer Steigung von 0.755mm (33.6 Gänge pro Zoll) kurzzeitig hergestellt wurden, hatte die Wellenkupplung auch dieses Gewinde. Man konnte die Wellenkupplung durchgehend den 250mm-Gewindestift entlang drehen.

Das zweite Teil ist eine Wellenkupplung von 1924 aus Messing mit Kerben zum Greifen in der Mitte. Die Kupplung ist jetzt nur noch 20mm lang. Das Gewinde hat die Steigung von BSW 5/32".

Die dritte Kupplung ist von 1960. Diese 6-eckige Prismenform ist eine Langmutter von 19.96-20.3mm Länge und einer Schlüsselweite von 7.42-7.56mm. Diese Form der Wellenkupplung gibt es von 1925 bis zum Ende.

Das vierte Wellenkupplung besteht aus Zink und stammt aus der Zeit von 1940 bis 1943. In den anderen Zeiten wurde das Teil aus Messing gefertigt. Ein Teil aus Aluminium wurde nicht gefunden.

Rechts im Bild sehen Sie drei Langmuttern (Teil 3d). Dieses Teil wurde 1921 eingeführt, ist 10mm lang und hat eine Schlüsselweite von 7.45-7.6mm. Es wurde bis zum Ende nicht mehr geändert. Es ist normalerweise aus Messing. 1937/1938 wurde es aus Aluminium gefertigt. 1940-1943 findet man es kriegsbedingt aus Zink.
Die beiden Enden der Langmutter sind unterschiedlich. Das eine Ende ist flach, das andere Ende ist an der Bohrung eingesenkt (im Bild rechts oben).


Kuppeln von Gewindestiften Durch die Einführung der Wellenkupplung für glatte Wellen (Teil 36a) wurde das bisherige Teil 36 im Jahr 1927 umbenannt in Wellenkupplung für Gewindewellen.

Links oben im Bild sehen Sie die Verwendung der Wellenkupplung von 1924. Mit der Wellenkupplung oder der Langmutter kann man beliebige Gewindeteile miteinander verbinden.
In der Mitte des Bildes wurden zwei Kurbelwellen durch die Langmutter gekoppelt, passend für eine Zweizylinder-Dampfmaschine.
Man kann Gewindestifte aber auch durch einen einfachen Doppelwinkel verlängern, wie man unten im Bild sieht.


Gewindestifte (Teile 4, 4a, 4b, 4c, 4d, 4e, 4g, 4i)

Es ist das Verdienst von Franz Walther, Gewindestifte als Achsen in Metallbaukästen eingeführt zu haben. Als Abstandshalter hat jedoch schon Julius Weiss 1892 Stäbe mit Gewinde-Endstücken eingesetzt. Aber erst das durchgehende Gewinde auf der gesamten Achse erlaubt das einfache Befestigen von Rädern und Flacheisen daran. Franz Walther hat dieses Prinzip erstmals in seinem System Walther's Ingenieur Bauspiel im Jahr 1904 eingeführt.
In seinem späteren Baukastensystem Stabil wurde dann der Gewindestift folgerichtig zur Universalachse. Welche Mühen hatte doch der Engländer Hornby in seinen Systemen "Meccanics Made Easy" oder später Meccano mit den "Grooved Rods", jenen in Längsrichtung geschlitzten Achsen, auf denen man mit Klammern die Räder, recht wackelig nur und gar nicht stabil, anbringen konnte.
Erst im System "American Model Builder" von Francis Wagner wurde 1912 eine Nabenlösung zur Befestigung von Rädern auf Glatten Wellen realisiert und von Hornby sofort imitiert. Zwar hat Hornby den Erfinder der Radnabe angeklagt wegen Patentverletzung, ihn aber nur - berechtigt - wegen Copyright-Verletzung drangekriegt. Aber das hat Hornby überhaupt nicht gehindert, das Gedankengut seines Gegners sich selbst anzueignen. Was für eine Hypocrisy !

Zugegeben, Glatte Wellen haben gewisse Vorzüge. Man kann schneller Teile daran festmachen, sofern diese Teile dazu mit einer Nabe vorgerichtet sind. Aber wie viele Teile mit Nabe müssen dazu extra mit einer, manchmal störenden Nabe versehen werden ! Manche Teile müssen erst extra geschaffen werde, wie etwa der Kurbelarm.
Glatte Wellen drehen sich auch etwas besser in Flacheisen. Deshalb wurden sie 1925 in Stabil übernommen - aber eben nur als Zusatz.
Gewindewellen dagegen haben den kleinen Nachteil, dass die Wellen beim Drehen immer leicht in die Richtung des Lagers auf einer Seite ziehen. Das ist aber kein arger Mangel.
Dass Gewindewellen sich allerdings bei höherer Belastung stark abnützen, ist nicht zu bestreiten. Deshalb hat man bei Stabil ja die Flachlager 17 und 17a für beanspruchte Achsen geschaffen. Alternativ kann man ja auch die Kugellager der Erfinderbaukästen nützen.

Drehstuhl Die großen Vorteile der Gewindewellen werden aber gerne übersehen :
Natürlich erkannte auch Hornby den Vorteil der Gewindestifte und übernahm diese 1918 auch als "Screwed Rods" in sein System Meccano. Dort waren die Gewindestifte jedoch ein Zusatz, eben wie die Glatten Wellen ein Zusatz bei Stabil waren.
Auch Märklin nützte ab 1933 Gewindestifte in deren System Marbi.

Benützung der Gewindestifte Das Modell links zeigt viele der Baumöglichkeiten mit Gewindestiften, die man bei anderen Systemen vergebens sucht. Es ist ein Modell ohne Schrauben. Durch passendes Positionieren der Gegenmuttern lässt sich ein gebremstes oder auch ein leichtes Drehen einstellen.

Das rechte Modell zeigt einen Drehstuhl. Der senkrechte Gewindestift wird in einer Mutter gehalten, die zwischen zwei 3-Loch Flacheisen fest eingeklemmt ist. Durch Drehen am Sitz kann die Sitzhöhe eingestellt werden.
Mit bestimmten, sehr bekannten Metallbaukastensystemen kann man dieses Modell - schlicht und ergreifend - einfach nicht bauen.
Das Modell zeigt auch eine Anwendungsmöglichkeit des Gewindestift mit Mittellasche (Teil 89) im unteren Teil des Modells.
Beim Modell des LKW wurde das Gestell für die Planen aus Gewindestiften gebaut.


Gewindestifte gibt es bei Stabil in mehreren Längen. Ihre Nummerierung gewährt einen Einblick in die frühe Geschichte von Stabil. Ich habe deshalb hier die Gewindestifte in der Reihenfolge ihres zeitlichen Erscheinens angeordnet.
Auffällig an der Liste ist, dass die Nummern 4e, 4f, 4h in den 10er Jahren nicht besetzt sind. Die Nummern 4e und 4f wurden sicher bis 1913 erstmals vergeben. Teil 4h wurde zwischen 1913 und 1915 vergeben.
Für die Eisenbahnwagen-Baukasten wurden Gewindestifte von 85mm Länge für die Achsen, ein Gewindestift von 125mm Länge als Kippwelle und 8 "Rundstäbe von Holz" (4mm Ø und etwa 140mm Länge) als Seitenstangen benötigt. Es sind jedoch auch Gewindestifte von 95mm Länge öfters gefunden worden, wo die Inhaltsliste des zugehörigen Kastens eine solche von 90mm Länge nennt. Wie all diese Teile den frühen Nummern 4e-h zuzuordnen sind, konnte bis jetzt noch nicht geklärt werden.
Als dann die Eisenbahnwagen-Baukästen nicht mehr hergestellt wurden, waren die Nummern wieder frei. So wurde die Nummer 4e dann, 1932, für die 55mm-Achsen der Stabila-Kästen erneut verwendet.

Es gibt aber noch weitere Längen von Gewindestiften, die in keiner Inhaltsliste von Kästen erwähnt wurden, die aber dennoch in Kästen enthalten waren. So findet man in manchen Kästen ab Größe 53 in den 20er Jahren anstelle der 50mm-Gewindestifte solche von 60mm Länge. Man wollte da vielleicht die Konstruktion von Dampfzylindern erleichtern.
In den Kästen 55 und 54a der 20er Jahre findet man sogar immer zwei zusätzliche Gewindestifte von 60mm (+-1mm) Länge. In den 30er Jahren wurden diese beiden Gewindestifte auf 55mm Länge reduziert (jetzt Teil 4e); es waren immer noch zwei in den Kästen 55 und 54a enthalten.

Gewindestifte und Kolbenstangen
Das Bild oben zeigt einen Überblick über die verschiedenen Längen der Gewindestifte und der Kolbenstangen. Die hier gezeigten Gewindestifte haben Längen von 250, 175, 150, 120, 100 (von 1960), 90, 85 (Eisenbahnwagen-Baukasten), 60 (Sondergröße), 55 (Stabila), 50, 25, 22 (von 1913). Die Teile ohne Anmerkung stammen alle aus einem Kasten von etwa 1924; auch die Kolbenstangen.
Es wurden in Kästen um 1912 aber auch noch andere Längen gefunden, z.B. 93-97mm und 125-130mm.

Enden der Gewindestifte Die Gewindestifte wurden bei der Herstellung von einer Rolle Eisendraht abgeschnitten. Danach wurde das Gewinde aufgewalzt, indem das Drahtstück zwischen zwei geriffelten Eisenplatten gewalzt wurde.
Je nach welchem Verfahren die Stücke von der Drahtrolle abgeschnitten wurden, haben die Enden der Gewindestifte ein unterschiedliches Aussehen.
Im Bild sehen sie links ein gewölbtes Endstück. Das Teil wurde abgedreht. Bis 1914 hatten alle Gewindestifte dieses Ende. In den 20er Jahren findet man Längen von 175mm und 250mm (auch 30er Jahre) noch mit diesen Enden.
Bei dem zweiten Ende im Bild wurde der Draht abgekantet. Man erkennt die Bruchkante noch innerhalb des Gewindeendes. Die Enden sind flach. Das Gewinde nützt die gesamte Länge des Gewindestiftes. Gewindestifte mit diesen Enden sind von 1915 bis zum Ende bekannt.
Das dritte Ende zeigt eine mehr oder minder ausgeprägte Spitze. Wahrscheinlich wurden die Teile mit zwei Hieben abgehackt. Die Spitzen sind in den 20er Jahren bis etwa 1mm hoch - das Gewinde ist dadurch 2mm kürzer als der Gewindestift selbst. In den 30er Jahren sind die Spitzen bis 2mm hoch, in den 60er Jahren manchmal sogar 3mm - mit entsprechender Kürzung des Gewindes.
Aus den frühen 50er Jahren sind übertrieben lange Spitzen bekannt, mit denen man andere sogar verletzen kann (siehe rechtes Ende).

Es sind fast immer Teile mit unterschiedlichen Enden in einem größeren Kasten zu finden, manchmal findet man verschiedene Enden selbst an Teilen gleicher Länge. Vielleicht kamen die Teile mit unterschiedlichen Enden von verschiedenen Zulieferern.
Nur die gewölbten Enden verschwanden zum größten Teil schon in den 20er Jahren. Die Spitzen über 3mm Höhe blieben eine Fehlcharge um etwa 1952.

Die Gewindestifte haben ein Gewinde nach der Norm BSW 5/32". Aus der Zeit von 1911 und 1914 gibt es eine abweichende Steigung von 0.77mm, entsprechend 33 Gänge pro Zoll oder 13 Gänge pro Zentimeter (siehe auch Abweichungen von BSW 5/32"). Die Gewindestifte haben Außendurchmesser von 3.7 bis 4.0mm.
Aus der Zeit um 1919 wurden vereinzelt Gewindestangen mit Steigungen von 0,755mm (33.6 Gänge pro Zoll) gefunden. Offensichtlich war die Fräsmaschine von 1914 nicht mehr verfügbar. Die Gewinde mit dem abweichenden Steigungen sind alle gefräst und haben gewölbte Enden.
Ich danke Jürgen Kahlfeldt für diese aufwändige Untersuchung.
Man ist dann aber 1921 durchgehend auf die Norm BSW 5/32" übergegangen.
Gewölbte Enden gab es bis 1927. Nach 1914 hatten diese Gewindestifte eine Steigung von 0.8mm, von der Sondercharge um 1919 einmal abgesehen.

In der Zeit vor 1927 hatten die Gewindestifte einen Durchmesser von 3.7-3.8mm (siehe auch Abweichungen von BSW 5/32"). Viele Chargen von Messingzahnrädern (Teile 25 bis 25b), den Schnecken (Teil 32a) oder auch nur von Klemmscheiben (Teil 9) aus der Zeit vor 1927 hatten Löcher von nur 3.8mm. Gewindestifte ab 1927 (mit 3.85mm Ø) passen nicht durch diese Löcher. Bei den Gewindestiften ab 1930 findet man auch Durchmesser von 3.9mm. Die passen auch nicht, ebenso passen keine Achsen von Märklin (4.0mm Ø) oder gar Meccano (4.1mm Ø).
Es wird vermutet, dass Walther etwa zwischen 1915 und 1920 mit Gewindestiften von nur 3.6mm Durchmesser experimentiert hat. Auf die Teile war das gleiche Gewinde geschnitten. Nur der Durchmesser der Stifte war geringer. Diese Vermutung konnte noch nicht bestätigt werden. Es wurden solche Gewindestifte in Baukästen gefunden, es wurden aber zu wenige bisher gefunden, um eine Aussage zu rechtfertigen.


Die folgende Tabelle zeigt die Maße von Gewindestiften aus verschiedenen Zeiten. Die Länge ist an den äußersten Enden (an den Spitzen) gemessen.
Der Typ kennzeichnet, ob das Ende des Gewindestiftes gewölbt (C), spitz (<) oder flach (-) ist. Die beigefügte Zahl gibt an, wie viele mm an Gewinde durch die Spitze oder Wölbung verloren gehen. Bei einem zusätzlichen - gab es auch flache Teile in dem Kasten.

 1913 192419271939 1960
LängeØTypLängeØTyp LängeØTypLängeØTyp LängeØTyp
4g 22.03.75C2 25.4-25.63.75-3.8<2 25.43.95<2 25.03.93<3 25.23.95-
4 49.6-50.43.85C<2 50.0-50.53.85-3.9<2 49.9-50.43.8-3.95<2 49.7-50.53.85<4 50.0-50.23.95-
4e     60.03.8<2 58.8-60.53.8-3.85<2 54.1-55.93.93<3    
4a 90.33.82<2 90.4-90.83.7-3.85<2 89.8-90.63.85-3.95<2 90.3-90.53.9<3 99.0-99.53.9-3.93<4
4b     119.93.85<2 119.4-120.13.85<2- 119.8-120.03.85-3.9- 120.0-120.53.93<3
4i     149.4-149.93.8-3.85<2 150.03.75<2 150.0-150.23.85-3.9- 149.13.9<4
4c 174-1773.77C2 1743.85C2 1753.88C2 1743.85-    
4d 249-2523.84C2 249-2503.85C2 2503.95C2 2503.92C0 2503.93-



Kolbenstangen (Teile 28, 28a)

Zum Bau eines Modells, in dem sich Stangen in Längsrichtung hin und her bewegen, sind Gewindestifte weniger gut geeignet. Beispiele sind die Führungsstangen eines Stampfwerkes oder die Kolbenstange einer Dampfmaschine.
Für diese Anwendungen wurden deshalb den ersten Kästen 52 im Jahr 1911 zwei Glatte Wellen, 145mm lang (+-1mm) und 4.0mm Ø, beigelegt. Man nannte diese Teile Führungsstange für Stampfen (Teil 28). An den Enden sollte man eine Klemmscheibe fest machen, indem man zwischen Stange und Klemmscheibe einen Zwirnsfaden mit einklemmte.

1915 fräste man in die verbliebenen Stangen von 4.0mm Ø, in deren beide Enden, je ein Gewinde von 10.8mm Länge. Die Teile hießen jetzt in den Abbildungen der Teile Führungs- oder Kolbenstangen, in den Inhaltslisten der Kästen dagegen von jetzt ab nur noch Kolbenstangen.
Die Teile von 1916 haben schon den dünneren glatten Mittelteil von nur 3.42mm Ø, auch wenn die Enden mit Gewinde nur 10.5mm lang sind. Die Teile sind verzinkt oder blank.
Die Gewinde wurden ab 1916 in das Stangenmaterial hineingepresst oder aufgewalzt. Dadurch gab es keinen Materialverlust.

TeilGesamt-
Länge
Glatter
Durchm.
Gewinde
LängeØ
28 19131444.0 
19151444.010.83.9
1916145.13.4210.53.77
1924145.43.4018.83.85
1927145.03.4019.53.85
1939145.03.4419.53.90
1960145.63.4520.03.95
28a 1924199.03.4615.03.86
1939200.03.4415.53.93
1960201.03.4520.03.95
1921 wurde die Führungs- oder Kolbenstange 200mm (Teil 28a) eingeführt. Nur in den Kästen 53a, 54 und 55 war eine enthalten. Beide Kolbenstangen, die mit 145mm Länge und die mit 200mm Länge, waren seitdem vermessingt. Ein Bild mit Gewindestiften ist verfügbar.
Ab 1936 hießen die Teile dann auch bei den Abbildungen der Teile nur noch Kolbenstange 145mm lang (Teil 28) und Kolbenstange 200mm lang (Teil 28a).

Enden der Kolbenstangen Die Länge der Gewinde an beiden Enden wurde im Laufe der Zeit mehrmals geändert, wie das Bild links und die Tabelle rechts zeigen.
Im Bild oben sehen Sie ein Teil von 1960 mit Gewindeenden von 20mm.
Darunter ist ein Teil mit Gewindeenden von nur 19mm (Zeit unbekannt).
Das dritte Ende gehört zu einem Teil 28a von 1924. Dieses Ende mit Spitze ist nur bei einigen Exemplaren des Teils 28a bekannt.
Da untere Teil stammt von 1916. Es ist verzinkt und hat nur kurze Gewindeenden. In den 40er Jahren gab es das Teil ebenfalls verzinkt.


Kurbelwellen (Teile 44, 44b)

1921 wurde die Kurbelwelle (Teil 44) eingeführt und den Kästen ab Größe 52 beigelegt. Das Teil ist mit 50mm Länge recht kurz, kann aber mittels Langmuttern 3d mit weiteren Kurbelwellen und Gewindestiften auf die erforderliche Länge gebracht werden. Beispielsweise kann man einfach zwei Kurbelwellen verbinden zu einer doppelt gekröpften Kurbelwelle.
Als Ergänzung zur Kurbelwelle wurde 1921 auch das Kurbelwellenlager (Teil 44a) eingeführt, das an anderer Stelle beschrieben wird.

1931 wurde die Kurbelwelle, 110mm lang (Teil 44b) zusammen mit der Magnet-Dampfmaschine eingeführt. Im Weihnachtsprospekt von 1931 wurde sie erstmals aufgeführt. Sie ist nur als Zukaufteil verfügbar, auch in den 50er und 60er Jahren noch, als die Magnet-Dampfmaschine nicht mehr vertrieben wurde. In die Kästen wurde die lange Kurbelwelle nie gegeben.

Kurbelwellen Das Bild zeigt oben die Kurbelwelle, 110mm lang (Teil 44b) und unten die Kurbelwelle, 50mm lang (Teil 44).

Teil 44b ist 109.9-110.4mm lang. Im glatten Teilstück ist der Durchmesser 3.45mm. Das Gewinde ist 30.4mm lang. Es lagen mir nur Teile aus den 60er Jahren vor.
Der Hub - das ist der Weg, den ein angeschlossener Kolben maximal zurücklegt - beträgt 21.4mm.

Teil 44 ist anfangs 51mm lang, in den 50er Jahren nur noch 50.2mm. Im glatten Teilstück ist der Durchmesser 3.45mm. Das Gewinde ist 14.4mm lang, ab den 50er Jahren nur noch 13.0mm.
Der Hub beträgt 23.6-24.7mm.

Der Hub der Kurbelwelle 44b ist deutlich kleiner als jener der Kurbelwelle 44.
Die Magnet-Dampfmaschine verträgt aber nur den kürzeren Hub der Kurbelwelle 44b, der Kolben stößt sonst innen an. Die kurze Kurbelwelle 44 darf nicht zusammen mit der Magnet-Dampfmaschine verwendet werden.

Kurbelwelle aus Gewindestiften und Flacheisen Eigentlich braucht man die Kurbelwelle, Teil 44, bei Stabil gar nicht. Für Dampfmaschinen-Modelle werden meist größere Kurbelwellen benötigt, die man besser aus Flacheisen und Gewindestiften zusammensetzt (siehe Bild links). Es sollen bei den Modellen ja auch die Maße des Originals nachvollzogen werden. Bei der Verwendung von Teil 44 wurde dieses Teil die Größe des endgültigen Modells schon im Voraus festsetzen.
Deshalb wird Teil 44 nur in ganz wenigen Modellen wirklich als Kurbelwelle benützt. Meist wird es nur als Ersatz für einen Gewindestift 4 angewendet.
Man findet Teil 44 aber auch in Zusatzmodulen eines größeren Modells, z.B. bei den Wasserpumpen des Modells einer Holländischen Windmühle.


Gewindestiftwinkel (Teil 86), Lappenschraube (Teil 87), Gewindestift mit Mittellasche (Teil 89)

Der Gewindewinkel und die Lappenschraube wurden erstmals im Weihnachtsprospekt von 1930 aufgeführt. Der Gewindestift mit Mittellasche wurde später, zusammen mit den anderen Teilen in der Stabil- und Record-Zeitung Nr. 9 vom Mai 1931, Seite 11, erstmals beschrieben.
Die Teile waren nie den Kästen beigelegt, sondern waren nur als Zusatzteile nachzukaufen.

Gewindestiftwinkel, Lappenschraube, Gewindestift mit Mittellasche Im Bild sehen Sie links oben zwei Gewindestiftwinkel (Teil 86). Die Teile stammen aus den 60er Jahren. Sie sind blank. Andere Exemplare sind mir nicht bekannt.
Die Schenkel sind 11.8-12.7mm lang (innen gemessen). Das Gewinde an den Schenkeln ist 11mm lang.

Links unten im Bild sind zwei Lappenschrauben (Teil 87) zu sehen. Die linke davon ist vernickelt, das Herstellungsjahr ist unbekannt. Die rechte Schraube ist blank und stammt aus den 60er Jahren.
Die vernickelte Schraube ist 29mm lang, das Gewinde davon 11.6mm. In der Höhe der Bohrung ist das Teil 9.4mm breit und 1.0mm dick. Der Abstand Unterkante der runden Scheibe bis zum Mittelpunkt der Bohrung ist 13mm.
Die blanke Schraube ist nur 27.9mm lang mit einem Gewinde von 11.3mm Länge. Bei der Bohrung ist das Teil 8.0mm breit und 1.1mm dick. Der Abstand Unterkante der runden Scheibe bis zum Mittelpunkt der Bohrung ist 11.9mm.
Anfang 1969 war die letzte Charge zu Ende. Eine nochmalige Fertigung gab es nicht mehr.

Rechts im Bild sehen Sie drei Gewindestifte mit Mittellasche (Teil 89). Die beiden rechten Exemplare stammen aus der gleichen Charge und sind aus den 60er Jahren. Das Herstellungsjahr des linken Exemplars ist nicht bekannt.
Anscheinend hat man ein Drahtstück an beiden Enden mit Gewinden versehen, dann den Draht in der Mitte platt gehauen und anschließend durchbohrt. Der mittlere, flache Anteil ist breit genug, dass dort problemlos ein Flacheisen festgeschraubt werden kann. Das Teil ist blank.
Das linke Teil ist 61.7mm lang, die Gewinde auf beiden Seiten sind 20.4mm. Bei der Bohrung ist das Teil 9.7mm breit und 1.0mm dick.
Die beiden rechten Teile sind 60.4mm lang und haben Gewinde von 21.0mm. Bei der Bohrung ist das Teil 8.9mm breit und 1.0mm dick.

Bei allen Teilen ist offensichtlich, dass man es bei der Qualität und der Maßgenauigkeit nicht so genau nahm.


Plastikniet (Teil 96)

Platik-Niete Der Plastikniet (Teil 96) wurde erstmals erwähnt in einem undatierten Prospekt von 1962. Er war damit das zeitlich letzte Teil, das für Stabil entwickelt wurde. Er sollte geeignet zur schnellen Herstellung von wenig beanspruchten Verbindungen sein. Spätestens 1968 wurde es nicht mehr vertrieben. Eine weitere Charge war nicht mehr vorgesehen. Das Teil war ein Zukaufteil, das offensichtlich kaum Käufer fand. In den Vorlagenheften wurde es nicht aufgeführt.

10er Packung Angeboten wurde es in 10er Tütchen (siehe Bild rechts) und in 50er Plastikdosen (Preis : 2.50 DM je Dose).

Plastikniet Das Bild links zeigt vier Plastikniete. Sie bestehen aus weichen, schwarzen PVC-Kunststoff, Kopfdurchmesser 9mm, Gesamtlänge 8.5mm.
Mit einem Niet kann man maximal drei Flacheisen verbinden. Die Flacheisen sind aber nur lose miteinander verbunden.

Der Niet sollte das Bauen vereinfachen. Aber die Handhabung war nicht so einfach, wie man es sich vorstellte. Man muss die Schenkel des Niet beim Zusammenbau des Modells schon zusammendrücken. Die Nieten wollen nicht so einfach durch die Löcher. Beim Auseinanderbauen sitzt der Schaft ziemlich gut im Loch, was ein einfaches Zerlegen verhindert. Außerdem ist die Haltbarkeit des Plastikniet bei weitem nicht so gut, wie die von Schrauben. Der Plastikniet ist eher Verbrauchsmaterial.


Heftklammern

Heftklammern Die Heftklammern sind keine Stabil-Teile. Sie wurden auch nicht in den Inhaltsverzeichnissen der Kästen als solche aufgeführt und auch nicht als Teile mitgezählt. Bei Märklin war das - zumindest zeitweise - nicht so.

Wie das Bild links zeigt, wurden Heftklammern in zwei Größen verwendet. Die linke Klammer wurde für Teile von über 1cm Dicke benötigt. Da die Heftklammern keine Stabilteile waren, wurde von der Firma Walther auch keine Unterscheidung wegen der Längen gemacht.

In den Baukästen wurden die Heftklammern erstmals um 1953 gefunden. Damals wurden die Kartons für die Kästen stark vergrößert. Mit den Heftklammern wurden viele Teile, insbesondere die neuen Füllplatten aus Kunststoff, auf einem Pappebogen befestigt. Es wurden nun auch Flacheisen mit Heftklammern gebündelt. Vor 1953 wurden mehrere Flacheisen mit einer längeren Schraube und Mütter zusammengefasst.
In Stabil-Baukästen vor 1953 wurden keine Heftklammern gefunden. Die Teile wurden auf Pappe aufgenäht oder auf Schrauben gesetzt, die von unten durch die Pappen gesteckt waren. Bei Märklin wurden Heftklammern dagegen schon in den 10er Jahren verwendet.

In den Vorlagenheften ab 1953 wird darauf hingewiesen, dass man mit den Heftklammern die Füllplatten in den Modellen anbringen kann (siehe Gebläserad des Ottomotors). Schon in den 30er Jahren wurde empfohlen Pappen mit "Papierklammern" in den Modellen zu befestigen. Auf diese Weise wurde der Mangel an Schrauben teilweise behoben.
Da die Heftklammern hauptsächlich in den Grundkästen enthalten waren, wenig bis gar nicht in den Ergänzungskästen, kann man über die Menge der Heftklammern in den einzelnen Kastenkombinationen keine konkreten Angaben machen.

Die Heftklammern waren ansonsten übliche Büro-Artikel. Man kann sie auch heute noch kaufen. Heute werden sie jedoch als Musterklammern bezeichnet.

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