Stabil : Teile für Glatte Wellen

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Beschrieben werden hier die Teile :

Hinweise auf ähnliche Teile, die an anderer Stelle beschrieben werden :



Glatte Wellen (Teile 60, 60a, 60b, 60c, 60d)

Die Glatte Welle verwendete wahrscheinlich schon Lilienthal in seiner Windmühle.
Bei Stabil wurden jedoch von Anfang an die Gewindewelle bevorzugt. Erst mit den Erfinderbaukästen fanden 1925 auch die Glatten Wellen als Teile 60 bis 60d ihren Platz im Stabil System.

Ab 1927 sind die Glatten Wellen auch in den normalen Stabil-Baukästen ab der Größe 53 enthalten.
Im Jahr 1956 wurde der Gewindestift 4a von 90mm auf 100mm verlängert. Auch die Glatte Welle 60a wurde um diese Zeit von 90mm auf 100mm verlängert. Die Teile 60a fanden aber erst nach 1956 ihren Weg in die Kästen - es mussten ja erst alle Wellen 60a der Länge 90mm aufgebraucht werden. In der Inhaltsangabe der Kästen (nicht jedoch bei den Abbildungen der Teile) wird in den Vorlagenheften ab 1958 das Teil 60a mit einer Länge von 100mm angegeben. In Kästen ab 1958 wurde meist die Glatte Welle von 100mm gefunden, andererseits war die Glatte Welle von 90mm vereinzelt noch in Kästen 52a von 1964 enthalten.

Glatte Wellen

Das Bild oben zeigt Glatte Wellen von Stabil, und hier finden Sie deren Bezeichnungen aus den Vorlagenheften in der oben gezeigten Reihenfolge :
JahreMittl.
Ø
End-20er3.88
Anfang 30er3.90
End-30er3.95
Anfang 50er3.90
Mitt-50er
und 60er
3.80
Der reale Durchmesser der Glatten Wellen ist jedoch stets kleiner als 4mm, wie die Tabelle rechts zeigt.

Enden der Glatten Wellen Die Glatten Wellen sind bei Stabil nicht vernickelt, sondern blank und unbehandelt. Sie haben abgescherte Enden. Durch das Abscheren wird das Ende der Welle verformt. Das Bild links zeigt die Bruchkante und den nach oben gebogenen Rand - an einem Teil von 1966 (links) und an einem Teil von 1926 (rechts).
In manchen Fällen muss der Abkantrand nachgefeilt werden, um die Welle überhaupt verwenden zu können.
Andere Hersteller entfernen den Rand, indem sie die Enden in einem weiteren Arbeitsgang noch abdrehen.
Die Fertigungstoleranz bei der Länge liegt bei +-0.2%. Teile der 30er Jahre sind kürzer, Teile der 50er und 60er Jahre länger.

Die Glatten Wellen von Stabil sind leicht von den entsprechenden Teilen anderer Fabrikate zu unterscheiden. Deren Systeme haben oft abgedrehte Achsen, und der Durchmesser ist meist >=4.0mm. (Märklin-Achsen : 4.00mm Ø, abgedreht; Meccano-Achsen : entweder 4.05mm oder 4.10mm Ø, abgeschert.)

Zur Beachtung :


Wellenkupplung für glatte Wellen (Teil 36a)

Kupplungen für Glatte Wellen Das kleine Bild links zeigt die Wellenkupplungen für Glatte Wellen (Teil 36a).

Das Teil wurde erstmals 1927 im Vorlagenheft gezeigt. Es ist 20mm lang, hat einen Durchmesser von 10mm und besitzt nur zwei Gewindebohrungen für Stellschrauben.
Bei der Version aus den 30er-Jahren haben die Gewindebohrungen einen Abstand von 12.5mm. Sie können also problemlos an einem Flacheisen montiert werden. Die eingeschraubten Stellschrauben der Version der 30er-Jahre sind keine üblichen Stabil-Schrauben, denn sie haben zwar das Stabil-Gewinde, haben aber einen schwarzen Rundkopf. Anscheinend wurde das Teil mit den Schrauben zusammen von einem Zulieferer in der gezeigten Art geordert. Siehe oben im Bild.
Bei einer Version von >= 1956 (es sind Madenschrauben 7c eingeschraubt) ist der Abstand der Gewindebohrungen nur 12mm. Diese Wellenkupplungen sind wirklich nur zum Verbinden von Glatten Wellen geeignet.
Teil 36a ist ein Zusatzteil, das nie in den Baukästen enthalten war.


Stellring mit Feststellschraube (Teil 7a)

Stellring mit Feststellschraube 7a Um Glatte Wellen in Modellen gegen Verschieben zu sichern, verwendet Stabil den Stellring mit Feststellschraube (Teil 7a). Er wurde 1925 den Erfinderbaukästen beigegeben. Er besteht aus Messing.
Ab 1927 war der Stellring mit Feststellschraube (Teil 7a) auch in den normalen Stabil-Baukästen ab Größe 53 enthalten.
Um 1937/1938 wurde auch der Stellring mit Feststellschraube (Teil 7a) aus Aluminium und ab etwa 1940 kriegsbedingt aus Zink gefertigt.
Nach dem Krieg sind neue Teile nur noch aus Messing gefertigt worden.

Das Bild zeigt links einen Stellring 7a von 1926. Es wird eine normale Schraube zum Feststellen verwendet. Das Teil ist nicht gefast.
In der Mitte liegt ein Teil aus den 60er Jahren. Es gab immer nur eine Gewindebohrung.
Rechts ist nochmals ein Teil aus den 60er Jahren mit eingesetzter Madenschraube 7c.

Das Teil ist stets 7mm dick und hat einen Durchmesser von 10mm.


Madenschraube (Teil 7c)

Madenschrauben 7c Ab 1956 wird die Madenschraube (Teil 7c) als eigenständiges Stabil-Teil eingeführt.
Die Madenschraube soll anstatt der Feststellschraube für den Stellring (Teil 7a), den Mitnehmer (Teil 7b) und alle Kleinteile mit Feststellnabe (24, 24b, 25, 32a, 36a) verwendet werden.

Wie das Bild zeigt, ist die Madenschraube (Teil 7c) matt silbrig glänzend, besteht aus Eisen und ist 4mm lang. Unten ist sie abgeflacht.
In der Abbildung der Teile in den Vorlagenheften ist sie zu lange dargestellt.

Zur Beachtung :



Federnde Mitnehmerhülse (Teil 70)

Um auf Glatten Wellen Teile befestigen zu können, verwendete Francis Wagner erstmals eine Nabe mit Stellschraube. Diese Nabe musste aber an jedem einzelnen Teil angebracht werden.
Franz Walther suchte einen etwas anderen Weg. Mit einem oder zwei Zusatzteilen sollte man wichtige Stabil-Teile auch an einer Glatten Welle festmachen können. Er erfand die Mitnehmerhülsen.
Diese neuen Stabil-Teile lagen erstmals in den Erfinderbaukästen von 1925. Es sind die Federnde Mitnehmerhülse (Teil 70) und die Anzuschraubende Mitnehmerhülse (Teil 70a). Beide benötigen einen Stellring mit Feststellschraube (Teil 7a).

Verwendung der Federnden Mitnehmerhülse Mit der Federnden Mitnehmerhülse (Teil 70) kann man nur Schnurräder (Teil 5) auf der Glatten Welle montieren. Die Federnden Mitnehmerhülse (Teil 70) besteht aus vernickeltem Blech der Dicke 0.45mm.
Das Bild links zeigt das Schnurrad (Teil 5), den Stellring mit Feststellschraube (Teil 7a), die Federnde Mitnehmerhülse (Teil 70) und den Zusammenbau auf Glatter Welle.

Federnde Mitnehmerhülsen (Teil 70) Links im Bild sehen Sie eine Hülse 70 mit eingesetztem Stellring 7a. Das Loch für die Stellschraube ist auf der linken Seite. Diese Hülsen waren in den 20er Jahren üblich.
In den 30er Jahren gab es andere Hülsen. Das Loch für die Stellschraube ist jetzt rechts. Zusätzlich sind unten an der Hülse Stützbleche, die ein Taumeln des Schnurrades verhindern sollen (siehe Mitte im Bild).
Rechts im Bild ist die Hülse auf einem Schnurrad 5 aus den frühen 30er Jahren aufgesetzt. Man erkennt, wie die neuen Stützbleche auf das Rad drücken und so das Wackeln verhindern.
Die Montage erfolgt, indem man die Hülse am walzenförmigen Teil zusammendrückt und dann die Füße durch die kleinen Löcher des Schnurrades steckt. Danach erst setzt man den Stellring ein, der dann die Füße nach außen drückt und so verhindert, dass sich die Hülse vom Rad lösen kann.

Anzuschraubende Mitnehmerhülse (Teil 70a)

Benützung der Anzuschraubenden Mitnehmerhülse Mit der Anzuschraubenden Mitnehmerhülse (Teil 70a) kann man alle größeren Teile an den Glatten Wellen festmachen. Sie besteht aus vernickeltem Blech von 0.75mm Dicke. Die Anzuschraubende Mitnehmerhülse ist schmaler und mit einer Weite von 31mm kürzer als ein 3-Loch Flacheisen. Dadurch kann sie auch an kleineren Teilen befestigt werden.
Die Nabe der Anzuschraubenden Mitnehmerhülse ist abgehoben, damit die Achswölbung eines großen Schnurrades 5a darunter Platz findet.
Das Bild zeigt die Anzuschraubende Mitnehmerhülse (Teil 70a), den Stellring mit Feststellschraube (Teil 7a) und den Zusammenbau mit großem Schnurrad (Teil 5a) auf Glatter Welle.

Anzuschraubende Mitnehmerhülse (Teil 70a) Das Bild links zeigt einmal die Mitnehmerhülse 70a ohne Stellring, dann mit eingesetztem Stellring und zum Schluss, als Vergleich, den Mitnehmer (Teil 7b).
Man erkennt deutlich, dass die Schenkel der Hülse 70a schmaler sind als die des Mitnehmers 7b.

Verwendung der Anzuschraubenden Mitnehmerhülse Das Bild zeigt mehrere Arten, wie die Anzuschraubende Mitnehmerhülse verwendet werden kann. Am kleinen Radkranz (im Bild links) sehen wir, dass die Mitnehmerhülse außen aufgeschraubt ist. Man kann die Mitnehmerhülse aber auch innen, unter dem Flansch, montieren. Gegenüber Systemen, bei denen große Räder eine festmontierte Nabe hatten, ist Stabil damit flexibler.
Unten im Bild sehen wir, wie eine Glatte Welle mit einer Gerollten Welle gekoppelt werden kann.


Mitnehmer (Teil 7b)

Die Federnde Mitnehmerhülse (Teil 70) und die Anzuschraubende Mitnehmerhülse (Teil 70a) sind keine idealen Verfahren zur Befestigung von Teilen an Glatten Wellen.

Mitnehmer auf großem Schnurrad 5a Eine Verbesserung ist der Mitnehmer 7b, der ab 1927 den normalen Stabilbaukästen ab Größe 53 zusammen mit den Glatten Wellen beigefügt wurde. Bei den Erfinderbaukästen wurde diese Verbesserung jedoch nicht nachvollzogen.

Der Mitnehmer besteht aus einem besonderen Blechstück und einer daran angenieteten Nabe. Das Blechstück hat auf beiden Seiten zwei Ösen mit Langlöchern. Um die Ösen hat man kaum Material gelassen, damit das Teil an nahezu jeder Engstelle befestigt werden kann. In der Mitte des Blechstückes befindet sich ein geformter Wulst, der auch die Achswölbung eines großen Schnurrades überdecken kann. (Das ist anders als bei den entsprechenden Teilen anderer Metallbaukasten-Hersteller !)
Das Bild macht das deutlich. Auf der linken Seite werden Teile aus den frühen 30er Jahren gezeigt; auf der rechten Seite sind Teile aus den späten 50er Jahren verwendet.
Das Gewindeloch in der Nabe des Mitnehmers steht immer senkrecht zur gedachten Linie durch die Ösen. Wenn das einmal nicht der Fall ist, so hat sich die Nabe gelockert.

JahrGesamt
Höhe
Gesamt
Weite
Ösen
Breite
Wulst
Ø
Blech
Dicke
Nabe
Ø
Nabe
Länge
Boh-
rung
Langloch
192812.330.9 9.5514.250.759.0 8.04.056.3*4.3
193812.631.2 9.814.30.759.0 8.04.056.3*4.3
195611.831.0 9.214.20.758.8 7.64.056.3*4.3
196611.830.9 9.2514.250.89.0 7.64.056.3*4.3
Die Maße des Teils haben sich über die Jahre kaum geändert, wie die Tabelle rechts zeigt.

Die Mitnehmer hatten anfangs eine Nabe aus Messing. Erst etwa 1942 war die Nabe aus Eisen oder Zink. Meist war dann das gesamte Teil verzinkt.
Nach dem Krieg war die Nabe weiterhin aus Eisen, das Teil wurde jedoch komplett vernickelt.

Ab 1956 ist die Madenschraube 7c das übliche Feststellelement für den Mitnehmer - nicht mehr eine normale Schraube.


Kleinteile auf Glatten Wellen

Die kleinen Teile kann man an Glatten Wellen nicht über Mitnehmerhülsen befestigen. Es wurde deshalb für einige Kleinteile eine Variante mit Schraubnabe geschaffen werden.

Die Glatte Welle ist bei Stabil eben nur ein Zusatzteil, das es bei Stabil auch gibt. Die Stabil-Teile sind nicht in erster Linie dazu entworfen worden, um sie zusammen mit Glatten Wellen zu benützen.
Die Teile 6, 8, 8a, 9, 13, 14, 22a, 25c, 25g, 31-31b, 88, 90-91 sind Beispiele dafür.

Bei dem Konus (Teil 63a) für das kleine Kugellager sehen wir das zum ersten Mal.
Ende 1927 wurde dieser Gedanke auch bei den Teilen der normalen Stabilbaukästen umgesetzt. Das kleine Kegelrad (Teil 24b), das kleine Zahnrad (Teil 25) und die Schnecke (Teil 32a) bekamen zuerst eine Schraubnabe. Die ursprünglichen Formen ohne Schraubnabe wurden danach nicht mehr produziert.
Erst etwa 1936 bekam auch das normale Kegelrad (Teil 24) seine Schraubnabe verpasst. Offensichtlich hatte man es 1928 übersehen.

Leider hat man kein Schnurrad mit Nabe geschaffen. Will man ein Schnurrad (Teil 5) an Glatten Wellen befestigen, so bleibt nur die Federnde Mitnehmerhülse (Teil 70).

Das kleine Patentzahnrad (Teil 25c) kann man überhaupt nicht an Glatten Wellen befestigen. (Man kann bei dringendem Bedarf auf Märklin 10914 oder Meccano 27f ausweichen.)

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