Stabil Motore


Die ersten Federmotore von 1920

Im Jahr 1920 sind erstmals Motore angeboten worden. Es waren gleich 3 Federmotore, die jedoch nur wenige Jahre am Markt waren.
Es gab einen Motor in Eisenausführung, einen in Messingausführung und einen in Nickel-Luxusausführung.
Die zumindest die Motore in Eisenausführung und Messingausführung waren innen völlig unterschiedlich aufgebaut und hatten auch verschiedene technische Daten.

Federmotor in Eisenausführung von 1920

Federmotor in Eisenausführung mit Karton Auf dem Bild links ist der Federmotor in Eisenausführung abgebildet (Foto : Burkhard Schüttler)
Es ist wahrscheinlich der älteste bekannte Motor. Er wurde schon Anfang 1920 angeboten. Die Seitenplatten sind aus blankem Eisen ohne Oberflächenvergütung. Der Motor kann den Jahren 1920 bis 1925 zugeordnet werden. Exakte Jahresangaben sind nicht möglich, denn auf den Verpackungen ist kein Datumscode zu finden.
Die Seitenplatten sind etwas größer als 8*6 Loch.
Sein Gewicht ist mit 1030 Gramm angegeben.
Im Jahr 1920 kostete er 130 Mark. Zum Vergleich : Ein Stabil 51 in Holzverpackung kostete 100 Mark.

Getriebe des Federmotors in Eisenausführung
Das Bild lässt uns einen Blick von oben in das Getriebe des Motors werfen. Den hier gezeigten Motor hat mir Jürgen Kahlfeldt freundlicherweise für Aufnahmen verfügbar gemacht. Vielen Dank.

Man erkennt die Aufziehachse (Anfang teilweise verdeckt durch Regulatorstellschraube), die über ein Kronenrad auf die Treibfeder wirkt. Eine Klemmfeder um die Aufziehachse (unterhalb der Antriebsachse sichtbar) sorgt dafür, dass diese nur in einer Richtung gedreht werden kann.
Die Treibfeder selbst befindet sich in einem speziellen Gehäuse, das eventuelle Schnalzgeräusche dämpft, die beim Entspannen der Feder entstehen. Das untere Lager der Treibfederachse ist unten abschraubbar, was einen problemlosen Ausbau der Federtrommel gewährleistet.
Das große Zahnrad auf der Federachse treibt über eine Zwischenachse (tiefer im Motor) die Antriebsachse an.
Die oben liegende Antriebsachse hat durchgehend einen Durchmesser von 7.2mm. Nur an dem einen Ende, das auf nur einer Seite aus dem Motor ragt, ist die Antriebsachse abgedreht und auf 15mm Länge mit einem Gewinde versehen.
Danach folgt noch die Regulatorachse. Das untere Lager der Regulatorachse ist mit Schrauben auf der unteren Platte befestigt. Der Regulator kann ausgebaut bzw. exakt justiert werden.
Der Regulator selbst ist mit großen Gewichten ausgestattet. Er ist mit seiner Stellschraube sehr exakt auf eine bestimmte Geschwindigkeit einzustellen. Die im Bild gezeigte Stellschraube ist nicht original.
Die bei Baukastenmotoren gewünschte unkomplizierte Änderbarkeit der Antriebsgeschwindigkeit ist bei diesem Motor nicht gegeben.
Weitere Bilder des Motors sind verfügbar.

Der Motor ist offensichtlich ursprünglich für zeitgenössische Grammophone entwickelt worden. Die Firma Walther hat ihn dann auch als Baukastenmotor vertrieben.
Er wurde in die Grammophone in der gleichen Lage eingebaut, wie es auf dem Foto des Getriebes gezeigt wird. Die Lager und der Regulator sind auf diese Einbauart hin optimiert. Der Motor läuft in der gezeigten Lage sofort los, selbst wenn man die Treibfeder nur gering aufzieht. In anderen Einbaulagen des Motors gibt der Regulator den Antrieb erst nach mehreren Drehungen an der Aufziehachse frei.
Die Antriebsachse treibt im Grammophon den Drehteller, der oben auf die 7.2mm-Achse aufgesetzt ist. Die Aufziehachse wird im Grammophon über eine Kurbel von Außen bedient.

Maße des Federmotor in Eisenausführung
Das Bild oben zeigt, wie der Motor in Reklame und in Beschreibungen abgebildet wurde. Jürgen Kahlfeldt hat den Motor vermessen und die Maße in die Skizze eingetragen.
Der Motor wird an der Schlüsselachse 5 aufgezogen. Eine Spiralfeder auf der Achse 5 sorgt dafür, dass nur rechts herum aufgezogen werden kann. Sie ist durch das Loch unter Lager 9 sichtbar. Über ein kleines Zahnrad wird das Drehmoment auf das Kronenrad übertragen, das die Feder im Federgehäuse 1 aufwickelt. Das Zahnrad 2 der Federachse treibt zunächst ein Zahnrad einer Achse im unteren Teil des Motors. Letztere Achse treibt dann das kleine Zahnrad der Antriebsachse 4, an die ein beliebiges Stabilteil geschraubt werden kann. Das Zahnrad 3 auf der Antriebsachse 4 treibt den Regulator, der sich in den Lagern 9 dreht. Mit der Schraube 6 wird der L-förmige Bremshebel 8 betätigt, der einen Filz an die Bremsscheibe 7 des Regulators drückt. Der Motor kann mit den Winkeln 10 oder an den Löchern der Seitenplatten mit dem Modell verschraubt werden.
Mit 45-50 Umdrehungen an der Schlüsselachse 5 wird der Motor aufgezogen. Je nach Einstellung der Schraube 8 läuft er 4 bis 9 Minuten lang.
Er liefert an der Achse 4 ein Drehmoment von etwa 4 Ncm.

Firmenlogo auf dem Federmotor in Eisenausführung Auf der unteren Seitenplatte des Motors wurde das links stehende Firmenlogo gefunden. Ein solches Zeichen wurde von der Firma Gebrüder Steidinger aus St. Georgen im Schwarzwald verwendet. Die Firma lieferte Feinmechanische Apparate, speziell Federwerke aller Art und für jeden Zweck, ... nach Muster und Zeichnung. Es wurde auch "Das Schwarzwaldhaus als Grammophon" angeboten. Später hieß die Firma Dual. Siehe Reklamebild Steidinger.

Deckelbild Das Bild links gibt das Deckelbild auf dem Verpackungskarton des Motors wieder. Der Unterkarton hat die Maße 160(L)*100(B)*90(H)mm. Der Deckel allein hat die Maße 162(L)*106(B)*23(H)mm. Das Deckelbild ist 93*46mm. (Danke Burkhard Schüttler)
Der Karton ist selbst aus Pappe von 1.8mm Dicke. Pappe gleicher Dicke wurde auch für die Kartons der Baukästen verwendet. Bei späteren Motoren wurde für die Verpackung dann Karton von 2mm Dicke verwendet. Diese Kartons waren dann doch haltbarer, denn die Motore hatten ja doch ein größeres Eigengewicht.
Eine Beschreibung des Motors (Maße 155*100mm), wie sie auf der Deckelrückseite aufgeklebt ist, ist verfügbar.

Der Motor ist u.A. eingebaut in das Modell 281 (Schiffsbagger) aus dem Heft 53-55 der Jahre 1921-1929. Das Modell hat die Nummer 616 im Heft 53-55 ab 1930.
Der Motor verschwand spätestens 1925 aus dem Programm. Dennoch war er noch in den 60er Jahren im Modell 616 zu finden.

Letztmals wurde der Motor in einem Prospekt von Ende 1925 für 20 Mark angeboten. Im März 1925 kostete 19 Mark. Ende 1925 kostete ein Kasten 51 in Kartonverpackung 17 Mark.

Federmotor in Messingausführung von 1920

Skizze Federmotor in Messingausführung von 1920 Die Skizze links zeigt den zweiten Motor von 1920, den Federmotor in Messingausführung. Es ist noch keiner gefunden worden. Der Motor ist deutlich größer als der Federmotor in Eisenausführung. Er ist auch völlig anders konstruiert.
Seine Seitenplatten sind 11*6 Loch, er hat Rechts-/Linkslauf. Laufzeit 5-9 Minuten. Gewicht 1050 Gramm. Sein Preis lag 1920 bei 200 Mark. Zum Vergleich : Ein Stabil 52 in Holzverpackung kostete 193 Mark. Restbestände dieses Motors wurden noch 1925 verkauft.

Der Motor ist eingebaut in das Modell 279 (Trockenbagger) aus dem Heft 53-55 der Jahre 1921-1929. Das Modell hat die Nummer 617 im Heft 53-55 ab 1930.
Letztmals wurde der Motor mit Abbildung in einem Prospekt von Ende 1925 für 29 Mark angeboten. Im März 1925 kostete er 27.50 Mark. Er wurde sicherlich auch 1926 noch verkauft. Ende 1925 kostete ein Kasten 52 in Kartonverpackung 26,50 Mark.

Federmotor in Nickel-Luxusausführung von 1920

Vom dritten Federmotor aus dem Jahr 1920, der Nickel-Luxusausführung gibt es nicht einmal eine Skizze. Er hatte ein Gewicht von 1700 Gramm. Sein Preis lag im Jahr 1920 bei 325 Mark. Zum Vergleich : Ein Stabil 53 in Holzverpackung kostete 315 Mark.


Die Federmotore von 1925 bis 1926

In einem Vorlagenheft von 1924 wurde erstmals der im Folgenden beschriebene Federmotor in einer Reklame vorgestellt. Im Gegensatz dazu wurde in den regulären Verkaufsprospekten Anfang 1925 immer noch der im vorigen Kapitel oben beschriebene Motor in Eisenausführung von 1920 angepriesen.
Weiterhin wird in Prospekten von Ende 1925 und Anfang 1926 ein Federmotor schwach für 10 Mark, ein Federmotor stark mit Umschaltung für 20 Mark und ein Federmotor stark, vernickelt für 29 Mark angeboten. Ob es sich bei dem Motor für 29 Mark um eine Variante eines teureren Motors von 1920 handelt, ist nicht bekannt, aber wahrscheinlich.
Es lässt sich daraus schließen, dass 1924 mit der Einführung neuer Motore begonnen wurde, dass aber parallel dazu Restbestände der älteren Motore abverkauft werden mussten. Bei den Motoren in Messingausführung dürfte das eine längere Zeit gedauert haben.

Bei der Entwicklung der neuen Motore entstanden mehrere Prototypen, die als Reklame in den Vorlagenheften gezeigt wurden. Ziel der Entwicklung war ein neuer, einheitlicher Federmotor, der ganz speziell für Metallbaukästen bestimmt war. Es sollte ihn in einer stärkeren und einer schwächeren Version geben und eine Richtungsumschaltung war eine optionale Erweiterung. In der Reklame findet man die beiden im Folgenden beschriebenen Prototypen dieses Motors.

Walther's STABIL Motor 1924 Das Bild links zeigt uns ein Bild des neuen Motors aus einer Reklame im Vorlagenheft 53-55 von 1924. Mit dem Schlüssel kann der Motor immer nur rechts herum aufgezogen werden. 20-25 halbe Schlüsseldrehungen genügen zum Aufziehen. Dann läuft der Motor 7-20 Minuten, je nach Geschwindigkeitsregulierung.
Das Ein- und Abstellen des Motors, sowie die Regulierung der Geschwindigkeit erfolgt durch den Hebel 3. Die Achsen 4 und 5 sind teils mit Gewinde versehen, um alle Räder des Stabilbaukastens daran befestigen zu können, teils sind Räder fest auf der Achse angebracht.
Die Achse 5 kann durch den Stellhebel 6 auf Rechts- oder Linkslauf gebracht werden.
Sämtliche Zahnräder und besonders alle Achslager 8 sind laut Reklame stets gut geölt zu halten.

Im Prospekt von 1926 wurde dieser Motor als stark, mit Umschaltung und mit einer Laufdauer von 10-20 Minuten für 20 Mark angeboten. Im Prospekt ist der Motor abgebildet.
Es wurde jedoch 1926 zusätzlich immer noch ein Motor, stark, mit Umschaltung, vernickelt, aber ohne Laufdauerangabe für 29 Mark angeboten, über den nichts bekannt ist.

Prototyp des großen Federmotors, von oben gesehen, etwa 1925
Prototyp des großen Federmotors, von unten gesehen, etwa 1925
Ein Exemplar des gerade beschriebenen Motors sehen Sie links. Das obere Bild zeigt den Motor von oben. Das untere Bild zeigt den Umschaltmechanismus und die Relikte des Regulatorgetriebes. Ich danke Tilman Wagenknecht, dass er mich seinen Motor hat fotografieren lassen.

Die Seitenplatten bestehen aus glänzend schwarz lackierten Eisenplatten. Die Zahnräder bestanden einmal alle aus Zink, sie sind leider der Zinkpest zum Opfer gefallen. Die übrig gebliebenen Bruchstücke der Zahnräder und die Maße der Seitenplatten lassen den Schluss zu, dass dieser Motor ähnlich wie der spätere Motor von 1927 aufgebaut war. Die Zahnräder hatten auch fast die gleichen Maße wie die des späteren Motors. Beim Motor ab 1927 sind die Zahnräder dann aber aus Messing und nicht aus Zink.
Interessant an dem Motor ist, dass der Antrieb des großen Zahnrades auf der Federachse über eine Klemmfeder erfolgt, wie es beim Knirps-Federmotor auch realisiert wurde. Die Klemmfeder erkennt man im unteren Bild auf der Federachse direkt über der großen Antriebsfeder. Bei den Motoren ab 1927 erfolgt dieser Antrieb über ein festes Sperrrad auf der Federachse und eine Sperrklinke am großen Zahnrad. Außerdem war der Regulator etwas anders aufgebaut.
Die große Antriebsfeder ist auch nicht am rechten oberen Holm festgemacht, wie in der Skizze oben gezeichnet. Sie ist vielmehr am unteren Mittelholm befestigt, wie das beim endgültigen Motor auch der Fall ist.
Es ist auch ein Exemplar des Motors gefunden worden, bei dem die Achsen 4 und 5 an beiden Enden ein Gewinde (und keine auf einer Seite aufgepresste Rollen) haben, wie das beim endgültigen Motor der Fall ist.

Ein sehr ähnlicher Motor wurde übrigens auch für Korbulys Holzbaukasten Matador angeboten.


Motiv auf dem Kartons der Motore bis etwa 1926 Das Bild links zeigt den Aufkleber auf dem Deckel der Schachtel, in der der Federmotor verpackt war. Auch die Kartons für den älteren Motor ab 1920 weisen dieses Deckelbild auf.
Ein Zettel mit der Beschreibung des Motors ist auf die Deckelrückseite geklebt.

Die Bilder zu diesem Motor hat mir Jürgen Kahlfeldt freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Die Modelle in den Vorlagenheften 49-52 zeigen den hier beschriebenen Motor bis 1929. Mit der Überarbeitung der Vorlagenhefte 49-52 im Jahr 1930 wurden dann die späteren Motore von 1927 in die Modelle der Kästen 49-52 eingesetzt. In den Modellen des Vorlagenheftes 53-55 blieben allerdings die Motoren von 1920 bis zum Schluss erhalten.

Federmotor, Eisenausführung, ohne Umschaltung Im Jahr 1926 wurde ein zweiter Prototyp, ein Federmotor, Eisenausführung, ohne Umschaltung, schwach, Laufzeit 1½-3Minuten, für 10 Mark angeboten.
Das Bild links zeigt das Bild des Motors aus einem Record-Vorlagenheft von 1926 (Kopie von J. Kahlfeldt). Es lässt vermuten, dass der Motor zwar die gleichen Seitenplatten besitzt, wie der stärkere Motor. Dafür fehlt der gesamte Umschaltmechanismus mit Achse 5. Weiterhin besteht das Regulatorgetriebe statt aus drei Achsen nur aus zwei. Auch die Feder dürfte etwas schwächer gewesen sein.
Es wurde bisher noch kein solcher früher Motor gefunden.

Das Bild links wurde noch Anfang der 30er Jahren für den Motor ohne Umschaltung verwendet.
Leider wurden bisher nur ganz wenige Motoren gefunden, die in ihrem Aussehen den hier gezeigten Bildern entsprechen. Sie waren ausnahmslos alle defekt - wegen zerfallener Zahnräder.
Nach Hinweisen von Tilman Wagenknecht und von Alexander Stofer gehen diese Motoren auf die Firma August Betz aus Jena zurück. Die Firma Betz verwendete diese Motore auch als Triebwerk für mindestens ein Elektrolok-Modell ihrer Spielzeugeisenbahnen. Andere Triebwerke der Betz-Eisenbahnen ähneln dem Stabil-Motor auffallend. Der Stabil-Federmotor war damit nur eine Abwandlung eines schon bestehenden Konzeptes. Deshalb darf man August Betz als den glücklosen Erfinder des großen Stabil-Federmotors ansehen.
Die Firma Betz bezog die Zahnräder in den Motoren von einer Fremdfirma, die diese in einer ungeeigneten Zinklegierung fertigte. Es wurde berichtet, dass die Teile beinahe unter den Augen von Betz versprödeten und zerfielen.
Alle Uhrwerke, die er [Betz] an die Firma Walther & Co (Berlin) sandte,... kamen in die Werkstätte zurück.
Jedenfalls hat August Betz im Verlauf von 1926 den Betrieb eingestellt und ihn am 31. Januar 1927 verkauft [Stofer S. 3f].
Es gibt begründete Vermutungen, dass die Firma Carl Zeiss den Rest der Firma Betz übernahm. Bevor Betz seine Firma gründete, war er bei Carl Zeiss in gehobener Position tätig. Zur Firmengründung lieh er sich Geld von Zeiss. Wahrscheinlich war 1927 dann Zeiss der Hauptgläubiger von Betz. Betz selbst arbeitete nach dem Firmenzusammenbruch wieder bei Zeiss.
Daraus kann man vermuten, dass der Motor nun in den Werkstätten der Weltfirma Carl Zeiss weiter gefertigt worden sei. Ich danke Tilman Wagenknecht für diese Informationen.


Die großen Federmotore von 1927 bis 1941

Ab 1927 gibt es Walther's STABIL-Motor mit Umschaltung nur noch zu einem Preis von 20 Mark und es heiß im Prospekt, das Gehäuse bestehe aus vernickelten Stahlplatten. Der endgültige Entwicklungsstand des großen Stabil-Motor ist damit erreicht.
Der Motor ist wahrhaftig ein bisher nie gekanntes Energiepaket dieser Art. Nicht umsonst heißt es in der Reklame :
Sowohl an Kraft als auch in der Ausdauer schlägt er alle anderen Federmotoren um eine Größenordnung.
Selbst die größten Federmotoren namhafter Mitbewerber wirken dagegen recht bescheiden.
Die Motoren waren 1941 kriegsbedingt nicht mehr lieferbar [WW1941]. Der Motor wird zwar in den Vorlagenheft von 1951 und 1952 noch bei der Beschreibung der Motore gezeigt. In den Preislisten ab 1950 fehlt er jedoch. Gefunden wurde bisher kein solcher Motor mehr aus der Zeit ab 1940. Offensichtlich fiel der Zulieferer nach dem Krieg aus, und man musste im Westen nach einem passenden Ersatz suchen.

Der Motor von 1927 gleicht dem Motor der Firma Betz (siehe oben) auffallend. Selbst das Aussehen der Zahnräder ist sehr ähnlich - die neuen Zahnräder sind allerdings aus Messing. Der Aufbau des Motors wurde nur leicht verändert. Die Kraftübertragung der Antriebsfeder auf das große Zahnrad erfolgt beim neuen Motor über ein Sperrrad. Der Regulator wurde anders konstruiert.
Es bleibt die Frage, wer nach Betz den Motor weiter entwickelt hat. Wer hat die Motore zusammengebaut ? Hatte Betz bereits einen Subunternehmer dafür ? Es gibt Vermutungen, dass der neue Motor ebenfalls in Jena hergestellt wurde, vielleicht sogar von einer mechanischen Werkstätte der Firma Zeiss.

Walther's STABIL Motor ab 1928 Ab 1928 wurde das Bild links für den Motor benützt. Auf den Kastendeckel-Innenseiten einiger gefundener Motore dieser Konstruktion waren jedoch die Bilder von Motoren der Jahre 1924-1926 zu sehen, obwohl der enthaltene Motor dem Bild links entsprach.

Der Richtungsumschalter 6 ist unter der Federachse 2 zu finden. Der Hebel 3 für die Geschwindigkeit ist modifiziert worden. Die Feder 10 ist nicht mehr im Bild zu sehen.

In der Beschreibung zum Motor heißt es, er habe eine Laufdauer zwischen 10-12 Minuten, je nach Geschwindigkeitsregulierung. 15-16 Schlüsselumdrehungen genügen, um das Werk aufzuziehen. Die Achsen 4 und 5 sind mit Gewinde versehen. Die Achse 5 kann mit dem Hebel 6 auf Rechts- oder Linkslauf gestellt werden. Die Achslager 8 sind gut zu ölen. Die Löcher 9 dienen dazu, den Motor in Stabil-Modelle einzubauen. (Von den vielen Löchern können jedoch nur wenige zum Befestigen verwendet werden, denn es liegen dahinter entweder die Antriebsfeder oder irgend ein Getriebezahnrad.)

Nach meiner Erfahrung sind 15 volle Umdrehungen soeben erreichbar. Ein Kind schafft vielleicht 8, man benötigt viel Kraft zum Aufziehen. In jeglicher Reklame wird als Laufzeit 7-20 Minuten angegeben. Nur auf dem Kastendeckel, innen auf der Rückseite, wird von 10-12 Minuten geschrieben.
Diese Werte hängen wirklich nur von der Bremswirkung des Regulators ab. Bei einem Motor, bei dem die Regulatorgewichte fehlten und bei dem die Bremse fehlte, lief das Werk im Leerlauf immer noch über 3 Minuten.

Seine Energie speichert der Motor in einer Feder von 20mm Breite und 0.6mm Materialdicke. Eine solche Feder findet man sonst nur in Standuhren.
Die Feder treibt das 3.5mm dicke Zahnrad (104 Zähne, Ø 81.9) auf der Federachse 2, der ersten Achse des Motors. Das nächste große Zahnrad (12/100 Zähne, Ø 10.63/50.0) in der Mitte des Motors, auf der zweiten Achse, treibt bereits das kleine Zahnrad (27 Zähne, Ø 14.4) auf der Achse 4 oben (siehe Bild unten). Damit ergibt eine Umdrehung der Federachse 2 etwa 32,1 Umdrehungen der Achsen 4 oder (über das Umschaltgetriebe) der Achse 5.
Weiterhin treibt das große Zahnrad auf der zweiten Achse noch das Regulatorgetriebe, welches aus 3 weiteren Achsen (12/78 Zähne, Ø 6.8/39.5; 12/78 Zähne, Ø 6.8/38.0; 12 Zähne, Ø 6.8) besteht, wobei die letzte Achse die Regulatorachse ist. (Ø bezeichnet Kopfkreisdurchmesser oder Außen-Ø)
Damit macht die Regulatorachse 3051,4 Umdrehungen, wenn die Federachse eine Umdrehung macht. Ich danke Jürgen Kahlfeldt für die Vermessung eines defekten Motors.

Wenn der Motor leer läuft, wandert die Federenergie in die Lager, in die Bremsscheibe des Regulators und den bremsenden Lederstift. Wenn der Motor ein Modell treibt, nimmt das Modell soviel Federenergie, wie es braucht. Die überzählige Energie wandert weiter in den Regulator. Erst wenn das Modell alle Federenergie verbraucht, wird der Motor langsamer.
Rechnen wir 10 volle Umdrehungen der Federachse, so ergibt sich bei einer Laufdauer von 20 Minuten für die Regulatorachse eine Geschwindigkeit von etwa 25 U/s. Wenn man den Regulator stark bremst, erreicht man noch längere Laufzeiten, als in der Reklame genannt. Man muss jedoch die Lager des Motors gut ölen, denn sonst verbleibt dort zu viel Federenergie.

Obwohl die Feder im Vergleich zu anderen Motoren viel Energie speichert, so gibt sie diese Energie doch über eine lange Laufzeit hin ab. Man sollte also nicht versuchen, mit dem Motor solche Modelle anzutreiben, die in nur kurzer Zeit viel Energie verbrauchen. Dafür ist dieser Motor nicht geschaffen.
An der Achse 4 steht bei voll aufgezogener Feder und bei stehendem Motor ein Drehmoment von etwa 7.5 Ncm zur Verfügung. Bei laufendem Motor, wenn die Haftreibung des Regulatorgetriebes fehlt, erhält man etwa 10 Ncm.
Pro Vollaufzug macht die Achse 4 etwa 480 Umdrehungen. Ist der Regulator so eingestellt, dass sich eine Gesamtlaufzeit von 8 Minuten ergibt, so macht die Achse 4 1 Umdrehung pro Sekunde. Die Achse 5 dreht sich genau so oft wie die Achse 4.


Großer Federmotor ab 1928

Das Bild zeigt uns den Motor von oben. Wir sehen die Federachse, die mittlere zweite Achse, die obere Antriebsachse 4 und den Regulator mit den beiden Gewichten. Ganz links sehen wir den Bremshebel mit Lederstift, der auf die Bremsscheibe des Regulators drückt.
Wenn die Geschwindigkeit des Motors sich erhöht, werden die Gewichte nach außen gedrückt. Folglich wandert die Bremsscheibe des Regulators nach unten und drückt verstärkt gegen den Bremsstift. Dadurch wird der Motor wieder langsamer.
Entfernen Sie die Bremse nicht. Die Drähte, die die Regulatorgewichte tragen, brechen sonst ab, wenn der Motor läuft. Wenn Sie Pech haben, reibt danach das Regulatorrad so stark an den Seitenplatten, dass der Motor sich gar nicht mehr rührt. Der Effekt ist abhängig von der Stärke der Rückstellfeder auf der Regulatorachse.
Eine Stück Zwirn, geknotet um das kleine Zahnrad der Regulatorachse und anschließend nochmals passend geknotet um den Unterteil des Regulators, kann hier Abhilfe schaffen. Das große Regulatorrad darf die Seitenplatten des Motors eben nicht mehr berühren.
Wer einen defekten Regulator reparieren will : Die Regulatorgewichte sind axial gebohrte Messingzylinder von 6mm Ø. Es gibt Zylinderlängen von 4mm und 6mm. Anscheinend ist des exakte Gewicht Nebensache. Der Motor läuft auch mit nur einem Gewicht passabel - er vibriert dann etwas.
Der Draht, der die Regulatorgewichte trägt, hat ev. 0.5mm Ø. Bevor er in den Regulator gepresst wurde, ist er unten etwas breitgeschlagen worden. Ich habe die Reparatur zwar noch nie durchgeführt. Ich gebe dennoch einen Rat.
Der Motor müsste zerlegt werden, um den Regulator herausnehmen zu können. Das ist sehr gefährlich (siehe meinen guten Rat unten).
Ich würde bei der Reparatur einen Versuch mit einer Gitarrensaite 0.016 (0.41mm) wagen. Die alten Drahtreste wären aus dem Regulator zu entfernen, und die neuen Drahtstücke könnten eventuell mit UHU Plus eingeklebt werden. (Vorher alles Öl entfernen und gut reinigen !)

Umschaltgetriebe Das Bild links zeigt den Motor von unten. Es ist etwas überbelichtet, damit man das Umschaltgetriebe gut sieht. Rechts oben ist der Knopf des Schalthebels 6 zu sehen, der sich um die Achse 5 dreht, und der 4 gleiche, kleine Zahnräder bedient. Je nach Stellung des Hebels wird eines seiner äußersten kleinen Zahnräder mit dem großen Zahnrad der zweiten Motorachse in Kontakt gebracht. Im Bild ist das linke kleine Zahnrad des Schalthebels mit dem großen Zahnrad in Kontakt.
Wir sehen auch, dass die Antriebsfeder in der Mitte des Motors, unten eingehakt ist.

Bei dem billigeren Motor ohne Umschaltung fehlt in den 30er Jahren, als keine Änderungen mehr am Motor gemacht wurden, das ganze Umschaltgetriebe mit Schalthebel 6 und Antriebsachse 5.
Die Antriebsfeder ist nur 18.5mm breit, ihr Material 0.5mm dick und sie ist kürzer. Sie ist damit merklich schwächer als beim Motor mit Umschaltung. Bereits mit 12 Schlüsselumdrehungen ist der Motor voll aufgezogen.
Ansonsten gleicht der Motor vollständig dem Motor mit Umschaltung.
An der Achse 4 steht bei voll aufgezogener Feder und bei stehendem Motor nur ein Drehmoment von etwa 6 Ncm zur Verfügung. Bei laufendem Motor, wenn die Haftreibung des Regulatorgetriebes fehlt, erhält man etwa 8 Ncm.
Vom Preis-Leistungs-Verhältnis ist der Motor ohne Umschaltung deutlich günstiger als der Motor mit Umschaltung.


Kartons, Deckelbilder

Verpackung Ende 20er, Anfang 30er Jahre Die links gezeigte Verpackung wurde Ende der 20er Jahre und Anfang der 30er Jahre verwendet (gefunden 1928-1931). Die Schriftart auf dem Aufkleber (oder Deckelbild) ist bei verschiedenen gefundenen Kartons unterschiedlich, auch wenn die Motore aus dem gleichen Jahr stammen. Der aufgedruckte Preis lässt in einigen Fällen auf das Produktionsjahr schließen.

Für den Motor mit Umschaltung wurde der gleiche Karton verwendet wie für den Motor ohne Umschaltung. Nur der Aufkleber kennzeichnet, ob der Motor "mit Umschaltung" oder "ohne Umschaltung" ist.
Auf der Rückseite des Kastendeckels ist ein Zettel aufgeklebt, der die wichtigsten Informationen über den Motor enthält. Beim gezeigten Karton nennt er das Datum 1928. Das bedeutet, dass der Motor aus einem Jahr >=1928 stammt. Aufgrund des Preises des Motors (siehe Tabelle unten) wird die Datierung des gezeigten Kartons auf 1928-1930 eingrenzt.
Ein Bild der Deckelrückseite für einen Motor von 1931 ist verfügbar. Die Deckelrückseiten von 1928 zeigen den gleichen Text und das gleich Bild. Der Text ist jedoch in einem anderen Zeichensatz (Font) gedruckt. 1928 waren die Kartons auch weniger breit.

Der innen eingeklebten Zettel ist für den Motor mit Umschaltung anders als für den Motor ohne Umschaltung. Während das Bild der Deckelrückseite für den Motor mit Umschaltung aktualisiert wurde (siehe oben), ist das Bild für den Motor ohne Umschaltung hoffnungslos veraltet - es zeigt einen frühen Motor von 1925.

Verpackung ab Mitte 30er Jahre Das Bild links zeigt einen Kastendeckel mit dem Aufkleber für einen Motor ohne Umschaltung vom Ende der 30er Jahre (Bild : Jürgen Kahlfeldt).

Ab 1930 wird der Motor ohne Umschaltung als Stabil-Feder-Motor Nr. 1, der Motor mit Umschaltung als Stabil-Feder-Motor Nr. 2 bezeichnet. Die neuen Aufkleber auf den Verpackungsschachteln lösen die alten Aufkleber ab 1930 nach und nach ab.
Der links gezeigte Aufkleber wurde in ähnlicher Art auch auf einem schwarzen Verpackungskarton eines Motor Nr. 2 (mit Umschaltung) aus dem Jahr 1933 gefunden. Auf dem Zettel auf der Rückseite des Kastendeckels ist jetzt nur noch von 9-11 Umdrehungen des Schlüssels zum Aufziehen des Motors die Rede.

Ab etwa 1933 wurde die Farbe der Kartonverpackungen der Stabil-Baukästen schrittweise nach blau geändert. Auch die Verpackung der Motoren war davon betroffen. Wann genau die Umstellung bei den Motoren erfolgte, ist noch nicht bekannt.
Auf der Innenseite des links gezeigten, jetzt blauen, Kastendeckels klebt ein Zettel mit einer Datumsangabe von 1938. Der innen eingeklebte Zettel zeigt jetzt auch für den Motor ohne Umschaltung das aktualisierte Bild des Motors mit Umschaltung. Es wird aber erklärt, dass der Umschalter 6 und die Achse 5 nur beim Motor mit Umschaltung vorhanden seien. Es heißt, ca. 12 Schlüsselumdrehungen genügen, um das Werk aufzuziehen.
Man spricht jetzt von Walther's Stabil-Federmotor.

Die Federmotore ab 1927 wurde von der Firma Walther nie in einem Holzkästchen geliefert. Es sind zwar Holzkästchen gefunden worden, aber die hat ein Bastler selbst gefertigt.

  1925 1926 1927193019311932-1941
Motor mit Umschaltung 20.0020.00 20.0020.0019.0017.00
Motor ohne Umschaltung 10.00 12.5013.5013.5012.50
Oft hilft bei der Datierung des Motors der auf den Karton aufgedruckte Preis. Die Tabelle rechts zeigt Preisangaben aus verschiedenen Prospekten.

Ein guter Rat : Schrauben Sie den Motor nicht auseinander. Wenn die Feder auseinander schnellt, sind Schäden am Motor und auch an Ihrer Person sehr wahrscheinlich. Es sind Fälle beschrieben worden, wo jemand durch das Auseinanderschnellen einer weitaus schwächeren Feder ein Auge verloren haben soll.
Eine Reparatur am Motor kann ein Uhrmacher ausführen. Informieren Sie sich im Internet über Reparaturen an Meccano-Motoren. Diese sind zwar bei weitem nicht so stark, aber die Reparaturtechniken sind ähnlich.
Bevor der Motor auseinander genommen wird, muss die Feder leicht aufgezogen werden und mit einem ausreichend starken Metallband gesichert/arretiert/gefesselt werden, damit sie nicht auseinander schnellen kann. Erst danach darf man die Muttern der Seitenplatten lösen. Setzen Sie eine Schutzbrille auf, wenn Sie wirklich so weit gehen wollen.
Ein Bild des offenen Motors ohne Umschaltung hat mir Jürgen Kahlfeldt gesendet.


Der Knirps-Federmotor ab 1933

Knirpsmotor von 1933
Im Jahr 1933 wurde der Knirps-Federmotor zu einem Niedrigpreis von 2 Mark für das Knirps Baukastensystem eingeführt. (Man beachte : Der große Stabil-Feder-Motor mit Richtungsumschaltung kostete zur gleichen Zeit 17 Mark.)
Das Bild oben (Autor : Burkhard Schüttler) zeigt einen der ersten Motore aus dem Jahr 1933. Die Seitenplatten des Motors und der Schlüssel sind mit einer Art Goldbronze lackiert. Unten links fehlt noch der kleine Schlitz, der verhindert, dass die Antriebsfeder das Zahnrädchen 25g beim Traktormodell blockieren kann.

Verpackung eines Knirpsmotor von 1935
Das Bild links (Autor : Burkhard Schüttler) zeigt die Verpackung eines Knirps-Federmotors von 1934 bis Frühjahr 1936. Offensichtlich sind Reste davon noch an Weihnachten 1936 verkauft worden.
Die Verpackung des Motors blieb zwar zunächst in ihren Abmessungen bestehen, aber ein besseres Deckelbild wurde schnell gefunden. Der Motor selbst hatte graue unbehandelte Seitenplatten.

Knirpsmotor aus den späten 30er Jahren
Das Foto oben zeigt einen Motor aus den Jahren 1936-1938 (Autor : Burkhard Schüttler).
Auf dem Deckelbild des Kartons sieht man links das Traktormodell. In der Mitte ist der Motor allein abgebildet. Rechts sieht man einen Flitzer, bei dem die Autoreifen auf den Antriebsrädern b aufgezogen sind. Auf der Federseite ist mit Flachwinkeln 2d eine zweite Achse angebaut.
Der Karton ist deutlich breiter als der Karton aus den ersten Jahren.
Die Seitenplatten der Motore aus dieser Zeit sind meistens vernickelt. Es sind aber auch Motore mit Seitenplatten aus unbehandeltem Blech bekannt.

Knirpsmotor von 1950
Der oben gezeigte Knirps-Federmotor (Autor : Burkhard Schüttler) ist neuwertig und stammt aus dem Jahr 1950. Die Seitenplatten sind grau und nicht vernickelt. Es ist eine Kopie des Motors der Vorkriegszeit. Auch die Verpackung entspricht der Vorkriegszeit. Das gezeigte Deckelbild wurde bereits 1939 in dieser Form benützt.
Anscheinend wurden hier Restbestände abverkauft, die noch vor dem Krieg hergestellt wurden und in Depots auf dem Lande eingelagert den Krieg überstanden. Die fehlende Vernickelung deutet auf eine Produktion um 1939-1943 hin.
Die gezeigte Verpackung wurde noch in der Mitte der 50er Jahre verwendet, wie das Bild (Autor Jürgen Kahlfeldt) eines Motors der 30er Jahre neben einem der 50er Jahre deutlich macht.


Knirpsmotor aus den 60er Jahren Das Bild links zeigt einen Knirpsmotor, wie er Ende der 50er und in den 60er Jahren als Zukaufteil angeboten wurde. (Foto M.K.)
Spätestens ab 1954 hatte der Motor immer vernickelte Seitenplatten.
Eine Besonderheit ab spätestens 1957 (aber noch nicht in 1954) ist das zusätzliche Loch in den Seitenplatten unten, neben dem Loch 2, etwas in Richtung Motormitte versetzt. Dort kann auch eine Achse mit dem Zahnrädchen 25g eingebaut werden, die vom großen Zahnrad auf der Aufziehwelle angetrieben wird.
Die farbige Bedruckung des Kartons wurde im Laufe der 50er Jahren mehrfach geändert. Hier sehen Sie ein Beispiel einer solchen Bedruckung.

Knirpsmotor aus Prospekt der 30er Jahre Die Seitenplatten des Knirps-Federmotors haben eine Größe von 78.4*52.7mm (6*4 Loch). Die senkrechten Löcher haben einen Lochabstand von 12.8mm (!). Die waagerechten Löcher haben den bei Stabil üblichen Lochabstand von 12.5mm.
Eine Richtungsumschaltung besitzt der Motor nicht.

Als Zubehör gehören zum Motor ein Aufziehschlüssel a, zwei Antriebsräder b, davon eines mit einer großen und einer kleinen Schnurrille, und ein Zahnrädchen 25g c. Die Antriebsräder werden durch Stellschrauben mit M2-Gewinde befestigt. Sie sind nicht geriffelt. Auf die Antriebsräder passen die Autoreifen 84b.

Mit dem Hebel e lässt sich der Motor an- oder abschalten.
Die Achse mit dem Zahnrädchen 25g kann in die Löcher 1, 2, 3 eingebaut werden. In Loch 1 eingebaut und mit gummibereiften Rädern auf der Achse kann man ein Traktormodell bauen, das ohne Mühe eine 30°-Steigung hochfährt. Es wird bei voll aufgezogener Feder immerhin ein Drehmoment von 18Ncm erreicht. Denn das Zahnrädchen wird direkt durch das große Zahnrad der Federachse angetrieben.
Wenn man das Zahnrädchen in einem der Löcher 2 oder 3 einbaut, so wird es vom großen Zahnrad auf der 2. Motorachse angetrieben. Der Gewindestift in den Löchern 2 oder 3 dreht sich schneller, hat aber ein geringeres Drehmoment von 2.7Ncm (+-10%).
Am schnellsten drehen sich die beiden Antriebsräder b auf der 3. Motorachse (unter 1.3 Ncm).
Mit 9 Schlüsselumdrehungen ist der Motor voll aufgezogen. Er läuft dann etwa 70 Sekunden.

Weitere Details zeigt das Beiblatt zum Motor aus dem Jahr 1934.

Achtung : Die Motorachsen für die 2 Antriebsräder b hatten zu verschiedenen Zeiten verschiedene Durchmesser. An einem Exemplar aus den 30er Jahren wurde der Durchmesser 2.14mm; bei den Motoren der späten 50er Jahre wurde ein Durchmesser von 2.53mm gemessen. Aber auch andere Durchmesser wurden gefunden. Die Antriebsräder b aus verschiedenen Zeiten passen also nicht auf alle Motore. Es ist leider keine genauere zeitliche Zuordnung möglich, da zu wenig Objekte mit exaktem Zeitbezug verfügbar sind.
Weitere Unterschiede30er Jahre50er Jahre
Befestigung der Feder am Gehäuse durch  Umbiegen und Vernieten der Feder  nur Umbiegen der Feder 
Sicherung der Feder gegen Verschieben durch  Splint im Holm rechts oben Doppelkerbung im Holm 
Durchmesser Achse b etwa 2.2mm (noch 1940) 2.55mm (ab 1950)

Zur Befestigung und Sicherung der Feder am Gehäuse gibt es ein Bild das die Unterschiede zeigt. Der Vierkant der Federachse ist in den 30er Jahren etwas kleiner.

Der Knirps-Federmotor war der erfolgreichste Stabil Motor überhaupt. Er wurde schon in den 30er Jahren von mehreren Baukastenherstellern in ähnlicher Art vertrieben. Die Motoren der anderen Hersteller bieten jedoch nicht die Vielseitigkeit des Knirps-Federmotors.
Zur Unterscheidung achten Sie auf die 3. Motorachse, deren Enden beim Original-Knirps-Federmotor aus beiden Seitenplatten herausragen müssen. Achten Sie auch auf den Lochabstand der Seitenplatten. Ein 7-Loch-Flacheisen auf die waagerechten Lochreihen der Seitenplatten des Motors gelegt, darf nur exakt übereinander liegende Löcher zeigen. Die vier senkrechten Lochreihen der Seitenplatten haben selbst beim Original-Knirps-Federmotor einen Lochabstand von 12.8mm, also nicht den üblichen Stabil-Lochabstand von 12.5mm.
Motore anderer Baukastenhersteller verwenden zwar das gleiche Getriebe, aber recht unterschiedliche Seitenplatten. Die Bohrungen für die Zahnradachsen sind aber bei all diesen Motoren deckungsgleich.
Ähnliche Motoren sind beispielsweise der DUX Federmotor und der Märklin Marbi Federmotor.
Es wird vermutet, dass es eine Firma gab, die alle Lieferanten von Motoren mit Zahnrädern versorgte - teilweise auch mit den Seitenplatten oder gar ganzen Motoren nach Auftragsfertigung. Die Zahnräder im Knirps-Federmotor findet man in gleicher oder ähnlicher Art europaweit in Motoren von verschiedensten Metallbaukasten-Herstellern.

Das Getriebe des Knirps Motor besteht aus vier Achsen.
Die 1. Achse, die Federachse, mit der der Motor aufgezogen wird, hat ein großes Zahnrad (66 Z, Außen-Ø 40.8mm, Fuß-Ø 37.0mm, Modul 0.6), welches das Zahnrädchen 25g (14 Z, Außen-Ø 9.65mm, Fuß-Ø 6.74mm, Modul 0.6) antreiben kann. Die Federkraft wird über eine Klemmfeder auf der Achse auf das große Zahnrad übertragen.
Die 2. Achse trägt ein Doppelzahnrad (8/48 Z). Das größere Zahnrad (Außen-Ø 29.9mm, Fuß-Ø 26.7mm, Modul 0.6) kann ebenfalls das Zahnrädchen 25g antreiben.
Die 3. Achse für die Antriebsräder (b in der Skizze oben) trägt ebenfalls ein Doppelzahnrad (56/7 Z, Außen-Ø 23.4mm, Modul 0.9). Die Zähne sind viel kleiner und passen nicht zum Zahnrädchen 25g.
Die 4. Achse trägt den Regulator (7 Z).
Ich danke Jürgen Kahlfeldt für die Vermessung eines Motors der 50er Jahre.

Das kleine Zahnrädchen 25g hat zwar eine eigene Stabil-Teilenummer. Es kann jedoch nur im Knirps Motor sinnvoll verwendet werden. Es passt zu keinem anderen Motor und nur bedingt zu den Messing-Zahnrädern 25, 25a, 25b des Stabil-Systems. Anders lautende Angaben in Prospekten der 30er Jahre sind zweifelhaft.
Das Zahnrädchen 25g ist auch aus Aluminium gefertigt worden; sicher in der Zeit 1937/1938.

Knirpsmotor : Besonderes Loch Das Bild links zeigt einen Knirps-Federmotor aus den späten 50er Jahren. Das Zahnrädchen 25g auf dem rechten Gewindestift wird direkt vom großen Zahnrad auf der Federachse angetrieben.
Auf der linken Seite des Motors sieht man die 3. Motorachse mit den beiden Antriebsrädern b - das untere mit einem zusätzlichen kleinen Rädchen.
Bei den Motoren der 50er und 60er-Jahre gibt es in der unteren Reihe in der Mitte, neben Loch 2, noch ein zusätzliches Loch, das in keinem Prospekt beschrieben wird. In diesem Loch kann man auch eine Achse mit dem Zahnrädchen 25g einbauen (siehe Gewindestift in Motormitte). Das Zahnrädchen wird ohne Probleme vom großen Zahnrad der Federachse angetrieben. Wenn man den Gewindestift verschiebt, so kann man erreichen, dass das Zahnrädchen vom großen Zahnrad der 2. Motorachse angetrieben wird. Man kann den Gewindestift verschieben und erreicht damit sogar eine Richtungsumschaltung von langsam rechts nach normal links. Man muss das Rädchen 25 g jedoch mit Meccano 6-kant-Muttern festschrauben (siehe Bild links). Stabil-Muttern sind an dieser Stelle zu groß. Eventuell muss man die Ecken der Meccano-Muttern zurückfeilen, damit diese nicht mit den Zahnrädern klemmen.

Beiblatt zum Knirps Motor Jedem Motor lag ein Modell-Blatt von etwa 135*660mm bei, gefaltet zu 8 Seiten. Links sehen Sie die 1. Seite eines Beiblattes von 1934.

In dem Beiblatt von 1934 (es ist verfügbar) beschreiben 3 Seiten den Motor und dessen Verwendung. Die restlichen 5 Seiten zeigen Modelle, meist aus mehreren Kästen Knirps 1 und einem Kasten Knirps 2, denen der Motor als Antrieb dient.
Auf der Rückseite finden wir die Jahresangabe 10340, also Oktober 1934. Eigentümlich ist die Angabe 34. Auflage, die Auflagen-Nummer ist hier gewaltsam an die Jahreszahl angepasst worden. Selbst das Beiblatt von 1933, jenes der ersten Knirps-Motore überhaupt, wurde als 33. Auflage bezeichnet.

Im Beiblatt ab 1935 wurde die Beschreibung des Motors auf 2 Seiten gekürzt. Auf der freien Seite wurden 2 Modelle aus dem Kanonenbaukasten 46KM hinzugefügt.
In den Jahren ab 1950 wurde dieses Beiblatt von 1935 dem Motor immer noch beigelegt, obwohl zu dieser Zeit die Knirps-Kästen und der Kanonenbaukasten nicht mehr vertrieben wurden. Lediglich auf der ersten Seite wurde die Anschrift aktualisiert, aus Berlin SO 36 wurde Berlin-Neukölln. Die Schriftart (Font) einiger Zeilen wurde geändert. Auf der letzten Seite werden die aktuell lieferbaren Stabilbaukästen genannt. Die letzten gefundenen Beiblätter sind vom September 1960, die bis zum Ende den Motoren beigelegt wurden.
Wer dieses Beiblatt in den 50er oder 60er Jahren bekam, konnte mit den Kastenangaben nicht allzu viel anfangen.

Eine Kopie des Beiblattes von 1957 ist verfügbar.

Schienenzeppelin
Hammerwerk aus Stabil 48 Links und oben finden Sie 2 anspruchsvollere Modelle aus dem Beiblatt zum Knirps Motor.
Das Hammerwerk (links) ist das Modell Nr. 10 im Modell-Beiblatt. Es wird aus Kasten 48 und Knirps Motor gebaut und ist ein dankbares Spielzeug, das wirklich etwas tut.

Der Schienenzeppelin (oben), ist das letzte Modell im Beiblatt. Das Bild stammt aus dem Jahr 1934. Deshalb hat das Modell die Nr. 14. In späteren Beiblättern hatte es die Nr. 16. Der Schienenzeppelin ist ein nettes Fahrmodell, welches uns zeigt, dass selbst mit wenigen Kleinkästen ein größeres Modell gebaut werden kann. Von den normalen Kästen bräuchte man schon einen 51, um ein ähnliches Modell zu bauen. Leider dreht sich der Propeller bei dem Modell etwas schwer.

Der Knirps-Federmotor wurde 1934 dem Kasten 46 mit einigen speziellen Teilen beigegeben und ergab so den Kanonenbaukasten 46KM. Auch dem Kasten 48 gab es ab 1934 mit Knirps-Federmotor als 48M. Dem 1935 erschienen Kanonenbaukasten 47KM lag er ebenfalls bei. Ab 1936 gab es auch die Kästen 49M und 50M mit Knirps-Federmotor.

1933-
1934
1936-
1941
März
1950
Jan.
1951
Jul1951
-1955
1956-
1960
19611962-
1963
1964-
1965
1966-
1968
1969-
1970
2.002.255.005.50 6.006.257.508.00 8.5010.0011.00
Zur Datierung eines Motors kann die Preisangabe auf dem Karton dienen. Die Tabelle rechts zeigt eine Zuordnung aus mehreren Prospekten.
Sein Gewicht wurde 1952 mit 200g, in den frühen 60er Jahren mit 240g, und ab 1964 mit 225g angegeben.

Der Knirps-Federmotor wurde vertrieben bis zum Ende der Produktion von Stabil. Ebenso gab es die Kästen 48M, 49M, 50M, denen der Knirps-Federmotor beilag, bis zum Schluss.


Der STABIL-Federmotor ab 1953

Federmotor ab 1953 Im Juli 1953 erschien der Stabil-Federmotor der Nachkriegszeit in einer Preisliste, im Herbst 1953 war er dann lieferbar. Er wurde vermutlich im Schwarzwald gefertigt. Das Bild links zeigt den Deckel einer Schachtel, in der der Motor verpackt war. Die Maße der Schachtel sind 156*110*72mm. Auf der Innenseite des Deckels ist ein Zettel mit einer Beschreibung des Motors aufgeklebt, der vergrößert verfügbar ist.

Zum Motor gehörten : 1 Schlüssel, 1 glatte Welle 45mm lang, 1 Zweistufenrad mit Feststellschraube, 1 Ritzel mit Feststellschraube, 1 Stellring mit Feststellschraube. Die 4 letzten Teile sind, wie auf der Skizze gezeigt, eingebaut. Die Gewinde im Stellring und im Zweistufenrad sind M4, im Ritzel M3.

Der Motor wird aufgezogen an der Federachse 4. Durch den Bremshebel 1 wird der Motor ein- oder ausgeschaltet; Drücken nach links schaltet ein.

HebelGang
linksrechts schnell
mittigrechts normal
rechtslinks normal
Steht der Getriebehebel 2 senkrecht, so läuft das Zweistufenrad im Normalgang rechts herum (wie der Uhrzeiger). Drückt man den Hebel 2 nach rechts, so dreht sich das Zweistufenrad im Normalgang links herum (anders als der Uhrzeiger). Schiebt man den Hebel 2 ganz nach links, so wird der Schnellgang rechts herum eingeschaltet.
Es gibt eine Stellung des Hebels 2 zwischen links und mittig, bei welcher der Motor nicht läuft.

Man kann die glatte Welle in Loch 3 einbauen. Dann kann das Ritzel mit dem großen Zahnrad auf der Federachse oder mit dem großen Zahnrad auf der zweiten Achse kämmen. Man hat so einen langsamen Rechtslauf oder einen normalen Linkslauf. Der Wechsel kann durch verschieben der Achse mit dem fest montiertem Ritzel erfolgen. Das gelingt aber nur bei Ritzeln mit 6.6mm-Nabe. Zum Umschalten muss der Motor angehalten werden, denn die Stellschraube des Ritzels ist etwas lang und kann mit den Zähnen des Zahnrads auf der Federwelle klemmen.
Man kann die glatte Welle mit Ritzel auch in Loch 5 oder in Loch 9 montieren. Dort erreicht man nur einen langsamen Rechtslauf. Denn das Ritzel kämmt dann mit dem großen Zahnrad auf der Federachse.
Auch in Loch 6 kann das Ritzel montiert werden. Dann schaltet der Hebel 2 in Linksstellung das Schnellganggetriebe an das Ritzel. In anderen Stellungen des Hebels 2 ist die Achse im Loch 6 ohne Antrieb.

Skizze des Getriebes des Federmotors ab 1953 Im Folgenden wird das Getriebe des Motors im Detail beschrieben. Links sehen Sie eine schematische Skizze.
Das große Zahnrad (99 Z, Außen-Ø 60.6mm, Modul 0.6) auf der Federwelle treibt die zweite Achse. Das große Doppelzahnrad der zweiten Achse (14/66 Z, Außen-Ø 40.4mm, Modul 0.6), in der Skizze Za2, treibt 3 verschiedene Getriebe :
Das Umschaltgetriebe, das Schnellganggetriebe und das Regulatorgetriebe.

Das Umschaltgetriebe besteht aus den Zahnrädern Z1 (24 Z) und Z2 (14 Z). Das Zahnrad ZS (20 Z), das mit dem Getriebehebel H2 verbunden ist, leitet (in Stellung rechts) das Drehmoment des Zahnrads Z1 an das Ritzel ZR (14 Z, Außen-Ø 9.2mm, Fuß-Ø 6.0mm, Modul 0.6), das auf der glatten Welle befestigt ist (siehe Skizze).

Schiebt man den Getriebehebel H2 in Mittelstellung, so kämmt das Zahnrad ZS mit dem Zahnrad Z2. Die neue Position des Zahnrades ZS ist in der Skizze gestrichelt dargestellt. Die glatte Welle mit Ritzel ZR wechselt so die Drehrichtung. Die Mittelstellung ist nicht stabil. Bei zu großen übertragenen Kräften oder bei ausgeleiertem Hebel H2 schaltet sich das Getriebe von selbst in den Schnellgang.

Drückt man den Getriebehebel H2 ganz nach links, so kämmt das Zahnrad ZS mit dem Zahnrad Z3 (14 Z), das zum Schnellganggetriebe gehört. Das Zahnrad Z4 (24/14 Z) ist ein Doppelzahnrad,dessen hinteres kleines Rädchen mit dem großen Zahnrad Za2 kämmt und dessen größeres Rad mit dem Zahnrad Z3 kämmt. So bekommt man einen Schnellgang für die glatte Welle.

Das Regulatorgetriebe, es ist eine Doppelzahnrad (56/7 Z, Außen-Ø 23.2mm, Modul 0.4), dessen kleines Zahnrad von Za2 angetrieben wird, und dessen großes Zahnrad den Regulator (7 Z) selbst treibt. Das Regulatorgetriebe erinnert stark an das des Knirps-Federmotors (siehe Fotos unten und Foto des Knirps Motors).

Getriebe des Stabil-Federmotors ab 1953
Getriebe des Stabil-Federmotors ab 1953
Das Foto links oben zeigt uns das Getriebe des Stabil-Federmotors (Autor Frank Veit, vielen Dank).
Die Funktion des Getriebes muss man jedoch aus der Beschreibung oben entnehmen. Der Getriebehebel ist nach links gedrückt. Es ist also der Schnellgang (über Z3) eingestellt.

Die Federachse mit Feder und großem Zahnrad fehlen auf dem Bild. Auch fehlt der Regulator. Dagegen ist das Doppelzahnrad zum Antrieb des Regulators rechts vom Zahnrad der 2.Achse (Za2) zu sehen. Direkt über dem Rad sieht man das Loch für die Regulatorachse.

Das Foto links unten zeigt uns das Getriebe des Stabil-Federmotors von oben. Der Getriebehebel ist nach rechts gedrückt. Das Bild entspricht somit der Skizze oben.

Der Aufziehschlüssel des Stabil-Federmotors ist der gleiche, der auch den Knirps-Federmotoren der Nachkriegszeit beilag.

Die Antriebsfeder ist deutlich länger als die des Knirps-Federmotors, hat aber die gleiche Breite von 10mm, und das Material ist 0.4mm dick. Der Motor ist damit deutlich schwächer und weniger ausdauernd als der große Federmotor der 30er Jahre. Der neue Motor ist von seinen Möglichkeiten her vergleichbar mit den Motoren der anderen Metallbaukasten-Hersteller.

Am Schnurrad wird ein Drehmoment von 1.4Ncm erreicht; im Schnellgang ist es etwa die Hälfte. Der Motor ist nicht so sehr auf Kraft, sondern mehr auf Ausdauer konzipiert. Mit 17 Schlüsselumdrehungen ist er voll aufgezogen. Er läuft dann etwa 135 Sekunden.

altes Ritzel für Stabil Federmotor Es sind 3 Arten von Ritzeln (ZR in der Skizze oben) gefunden worden. Alle Arten haben 14 Zähne.
Die älteste Art von Ritzel ist im Bild rechts zu sehen. Sie wurde schon in einem Prototyp gefunden. Die Feststell-Madenschraube befindet sich zwischen den Zähnen. Kopfkreis-Ø=9.55mm, Zahnbreite=6.1mm, Ritzelbreite=8.6mm.
Bei der zweiten Art des Ritzel hat die Nabe nur einen Durchmesser von 6.6mm. Diese Art wird im geöffneten Motor gezeigt (Bild von Frank Veit). Nur mit diesem Ritzel ist es möglich, eine Geschwindigkeitsumschaltung im Loch 3 allein durch Verschieben der Achse zu erreichen. Allerdings ist ein Nabendurchmesser von nur 6.6mm sträflich wenig. Ein bisschen zu fest die Madenschraube angezogen und schon ist das Gewinde ruiniert.
Bei der letzten Art des Ritzels ist der Durchmesser der Nabe auf 8mm erhöht. Dieses Ritzel wird im vorherigen Bild (oben, Getriebeansicht) gezeigt. Kopfkreis-Ø=9.3mm, Zahnbreite=2.45mm, Ritzelbreite=6.6mm.
Die in den Ritzeln verwendeten M3-Madenschrauben sind immer viel zu lang.

Das Zahnrädchen 25g des Knirps-Federmotors sollte im Stabil-Federmotor nicht benützt werden, denn es ist mit einem Kopfkreis-Ø von 9.55mm um 0.3mm zu groß. Es kann zwar vom Zahnrad der Federachse und vom großen Zahnrad der Federachse angetrieben werden. Aber die Löcher in den Seitenplatten passen meist nicht. Man kann es nur in Loch 9 (siehe Kartonbild) klemmfrei einbauen. Dabei wären Meccano-Muttern zu empfehlen.

Wahrscheinlich wurden der Knirps-Federmotor und der Stabil-Federmotor ab 1953 vom gleichen Hersteller gefertigt.

1953-
1960
19611962-
1963
1964-
1965
1966-
1968
1969-
1970
12.0015.0015.7516.50 17.5019.50
Die Datierung eines Motors kann anhand der Preisangabe auf dem Karton erfolgen, die die Tabelle rechts zeigt. Sein Gewicht wird mit 400g, ab 1964 mit 435g angegeben. Im Jahr 1955 zeigte die Beschreibung auf der Deckelinnenseite ein Datum. Wenn kein Datum auf der Deckelinnenseite angegeben ist, ist die Datierung nur anhand des Preises möglich.
Der Stabil-Federmotor wurde noch Ende der 60er Jahre vertrieben. Es gab Ende der 60er Jahre sogar besondere Kästen, speziell für den Verkauf in Supermärkten, mit einem Teileinhalt eines 50M, nur statt dem Knirps-Federmotor war ein Stabil-Federmotor enthalten. Offensichtlich wurden hier Restbestände abverkauft.


Die Elektromotore werden an anderer Stelle beschrieben.

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